S Pink Premium Pointer Anyway, moving on ...
People used to remind me that "not everything's either black or white", but that doesn't mean they don't exist.
Because, where is all that grey coming from?

Montag, 22. Oktober 2018

Die österreichische Waffenbesitzkarte (Wbk)

Den "Waffenschein" gibt es nicht! -_-°


Wie im vorherigen Post angekündigt werde ich hier auch ein wenig näher darauf eingehen, wie man in Österreich überhaupt an eine Waffenbesitzkarte gelangt. Sämtliche Informationen sind auf jetzigem Stand, jedoch ohne Gewähr, da sie sich durch neue Gesetzgebungen schnell ändern können. Außerdem bin auch ich nur ein Mensch und kann Dinge übersehen oder vergessen.
Prinzipiell ist man ohnehin immer besser dran, wenn man sich selbst an der Quelle informiert und nicht bloßem Hörensagen von wer-weiß-wem bedingungslos Glauben schenkt.

Dazu gleich vorweg:
Die Gesetzestexte zum österreichischen Waffengesetz von 1996 und dem damit verbundenen Kriegsmaterialgesetz von 1977 stehen in ihrer jeweils geltenden Fassung auf der Webseite des Rechtsinformationssystems als PDFs zum Download bereit.
Schwere Kost, aber es lohnt sich zu wissen, wo man nachschauen kann, was tatsächlich geschrieben steht, weil Stammtischgerüchte als Informationsquelle nunmal nicht zu empfehlen sind.

Die Wbk - Wie? Was? Wozu?
Ob man nun (Sport-)Schießen als Hobby betreiben, Haus und Hof/Leib und Leben mit einer mehrschüssigen Waffe schützen oder Jäger werden möchte - man kommt um die Waffenbesitzkarte praktisch nicht herum.
Sie erlaubt den Erwerb, Besitz und die Einfuhr von Munition für Faustfeuerwaffen sowie von anfangs 2 Schusswaffen der Kategorie B, worunter alle Faustfeuerwaffen (also Pistolen und Revolver) bzw. auch manche sportlich und jagdlich gebräuchliche halbautomatischen Langwaffen (Schrotflinten, Kleinkaliber-, sowie eine derzeit noch willkürlich anmutende Auswahl Großkalibergewehre) fallen. Sollte Bedarf bestehen, kann die Stückzahl über die Dauer mehrerer Jahre und nur auf Antrag schrittweise erweitert werden. Sämtliche dieser Waffen müssen binnen 6 Wochen ab Kauf bei der jeweils zuständigen Behörde registriert werden.
(Repetiergewehre, doppelläufige Flinten usw. gehören den Kategorien C und D an. Diese sind ab dem 18. Lebensjahr frei erhältlich - hierfür wird keine Wbk benötigt.
Vollautomatisches Gerät und sehr viele Halbautomaten fallen unter Kategorie A und sind somit allgemein verboten.)

Die Wbk befugt nicht zum Führen (also das bei-sich-Tragen) einer Waffe!
Der bloße Transport, z.B. von zu Hause zum Schützenverein oder Büchsenmacher und wieder zurück, ist nur auf direktestem Weg erlaubt, sofern Waffe und Munition sicher verwahrt sind.
(Das Führen ist lediglich mit einem Waffenpass erlaubt, der im unsachkundigen Volksmund oft als "der Waffenschein" bezeichnet wird. Diese Erlaubnis ist meistens an strikte Auflagen gebunden und wird im Normalfall nur an Polizei, Militär und Personen ausgegeben, die nachweisen können, dass deren Umfeld ein erhöhtes Risikopotential aufweist, dem nach §22 Abs.2Z1 des WaffG 1996 "am zweckmäßigsten mit Waffengewalt wirksam begegnet werden kann".)

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Grundsätzlich sollte man
- EWR-Bürger,
- 21 Jahre alt und
- unbescholten (nicht vorbestraft) sein.

Dann geht man zum Amt, holt sich einen Stempel und kann nach Lust und Laune mit der Schubkarre bei Hülsenbauer & Sprengberger auf ratatat.at einkaufen was die Kreditkarte hergibt, bis die Bunkertür nichtmehr zugeht. (So weit zumindest die Ansichten vieler Waffengegner, wie sie oft in diversen Foren öffentlich kundgetan werden und realitätsferner nicht sein könnten. Aber irgendwer glaubt so einen Schwachsinn ja immer. -.-°)
NEIN!
Denn ferner ist noch
- der "Waffenführerschein" zu machen,
- ein psychologisches Gutachten einzuholen und
- für die sichere Verwahrung von Waffe(n) und Munition zu sorgen.
Außerdem gilt es die Frage zu klären, ob man sich das alles in naher Zukunft überhaupt leisten kann/will - das wird nämlich nicht billig.


Der "Waffenführerschein" ...
... ist mit ca. €60.- finanziell allerdings das kleinere Übel.
Hierbei handelt es sich um nichts weiter als den bloßen Nachweis für die Behörden, dass ich dazu im Stande bin, mit einer Waffe sachgemäß umzugehen.
Schulungen hierfür werden bundesweit von praktisch allen Fachhändlern angeboten und dauern im Normalfall höchstens ein paar Stunden. Es wird kein Test abgehalten (dementsprechend kann man auch nicht durchfallen), sondern lediglich ein Mindestmaß an substanziellem Wissen betreffend der momentanen Gesetzeslage und dem allgemeinen Umgang mit Waffen vermittelt. Zuviel sollte man sich davon aber nicht erwarten. So ein Minikurs ist kein Ersatz für regelmäßiges Training und eigenständige Weiterbildung.
Der "Waffenführerschein" ist alle 5 Jahre zu erneuern.


Einziges Problem, das ich damit habe, ist, dass es keinen Standard für die Durchführung solcher Schulungen gibt.
Je nach Anbieter können diese einen halben Nachmittag dauern und gehen teilweise richtig ins Detail, was sehr lobenswert ist. Andere wiederum sind nach nichtmal 1,5 Std. erledigt, wobei das zu vermittelnde Wissen gerademal oberflächlich angekratzt werden konnte. Das kann unmöglich in irgendjemandes Interesse sein.
Also bitte, bitte, bitte, gebt Gesetze und die richtige/sichere Handhabung von Waffen nach bestem Wissen und Gewissen möglichst umfangreich weiter - damit wird eventuellem Blödsinn am besten vorgebeugt.


Das psychologische Gutachten ...
... schlägt mit ca. €282,- schon härter zu.
Dafür bekommt man aber auch was geboten, und zwar jede Menge Fragebögen. ;)
Mir war das nichts Neues, aber viele Leute mag es erschrecken, mit wievielen Seiten "Kreuzerltests" man dort konfrontiert wird, in denen es vorwiegend um Eigenverantwortung, Verhalten in Stresssituationen, eventuellen aggressiven Neigungen und Persönlichkeitsstörungen geht. (Es gibt keine falschen Antworten, nur ein paar ... naja, suboptimale. Aber wer die nicht rausliest, hat gerade €280,- für nichts verpfeffert und braucht's meiner Meinung nach auch nicht nochmal versuchen.)
Weiters wird in einem kurzen persönlichen Gespräch deine Motivation festgestellt, die hinter dem Erwerb der Wbk steht - die Rechtfertigung, das große Warum. In der Regel wird hier der Selbstschutz, das Sportschießen und/oder die Jagd als Grund angegeben.

Das Sammeln wurde bisher nicht oder nur ungern als Rechtfertigung anerkannt, was sich allerdings mit der Gesetzesnovelle Anfang 2019 ändern könnte (*klopf auf Walnussholz*).
Ebenfalls wird ab 2019 sehr wahrscheinlich einer meiner größten Kritikpunkte am psychologischen Gutachten stark abgeschwächt, nämlich das "tritt an, so oft du willst und du es dir leisten kannst". Laut derzeit noch geltendem Recht findet keine behördliche Erfassung der Gutachten statt. Sollte man nicht bestanden haben, geht man einfach zum nächsten Psychologen, legt nochmal die 280 Geld hin und versucht sein Glück so lange, bis es klappt, ohne dass jemand mitbekommt, dass man's vielleicht schon 578 Mal probiert hat.
Ab 2019 soll damit glücklicherweise Schluss sein. (Die Waffengesetzänderung 2019 wäre durchaus einen eigenen Blogeintrag wert.) Nach den ersten beiden fehlgeschlagenen Versuchen wird man für 6 Monate gesperrt, und nach dem dritten negativen Bescheid bleibt war's das - soweit zumindest der derzeitige Entwurf.

Der eigentlich wichtige Teil des Ergebnisschreibens ist die Schlussfolgerung. Darin bestmmt nur dieses unscheinbare "keine", dass es sich um ein für mich positives Gutachten handelt.

Soweit ich mich noch erinnern kann, ist das Ergebnis des Gutachtens 3 Monate gültig. In dieser Zeit sollte ...

... der Antrag ...
... gestellt werden, was mit nochmal etwa €74,- zu Buche schlägt. Jedoch heißt es: 
"§ 21. (1) Die Behörde hat verläßlichen EWR-Bürgern, die das 21. Lebensjahr vollendet haben und für den Besitz einer Schusswaffe der Kategorie B eine Rechtfertigung anführen können, auf Antrag eine Waffenbesitzkarte auszustellen. ..."
"Die Behörde hat auszustellen."
Sofern bei euch alles rechtens ist, muss euch die zuständige Behörde (in Hauptstädten normalerweise die Polizei; außerhalb die Bezirkshauptmannschaft) die Waffenbesitzkarte ausstellen. Diese wird üblicherweise mit der Post versandt und sollte innerhalb von 10 Werktagen nach Antragstellung bei euch eintreffen.


Glückwunsch! (Serviervorschlag)


Details. Details.
Hoffentlich habt ihr nicht vergessen, das Zubehör mit auf den Antrag zu schreiben. Man weiß nie, wozu's gut sein kann. ;)
Diverse Gewehre und Pistolen lassen sich mittels weniger Handgriffe von z.B. 9mm auf das kleinere Kaliber 22lr umrüsten. Somit kann man mit nur einer Waffe bei Klein- und Großkaliberwettbewerben teilnehmen, was das ganze dementsprechend bequemer und nicht zuletzt billiger macht, da man eben nicht zwei oder mehr Waffen benötigt.

Die Wechselläufe und Verschlusssysteme der Waffen fallen unter den Begriff Zubehör. Besitzt man für das Zubehör nicht die passende Waffe bzw. wurde die Bewilligung für das Zubhör nicht auf der Wbk vermerkt, wird davon ein Platz (1 Platz = 1 Stk. der maximal erlaubten Waffenanzahl deiner Wbk) auf der Wbk eingenommen, da es sich schließlich um waffenrelevante Bestandteile handelt. Ist die passende Waffe vorhanden und der Zubehör-Vermerk auf der Karte, benötigt nur die Waffe selbst einen Wbk-Platz.
Hierbei sei erwähnt, dass zwar die Wbk ausgestellt, das Zubehör jedoch nicht zwingend vom Amt bewilligt werden muss. Manche Sachbearbeiter handhaben die Angelegenheit eher nach dem Motto: "Machen wir, wenn's so weit is'.", wodurch zum jeweiligen Zeitpunkt die Wbk neu ausgestellt werden muss = nochmal €74.-
Darum sollte man das besser gleich beim Erstantrag erledigen.

Hinter Schloss und Riegel
Bezüglich der sicheren Verwahrung von Waffen und Munition wird einem vom Gesetzgeber weitestgehend freie Hand gelassen.
Wirklich vorgegeben wird nur ein verschließbares Behältnis, auf das unbefugte Dritte (ALLE, die keine Wbk, Jagdkarte und keinen Waffenpass haben) keinen Zugriff haben, und welches entweder am Boden oder an der Wand verankert werden muss. Kleine Tresore gibt's ab ca. €50,-. Bei Waffenschränken ist mit mindestens €100,- zu rechnen. Nach oben gibt's natürlich keine Grenzen.
Die Aufbewahrung wird, zusammen mit einer List der auf deinen Namen registrierten Waffen, alle 5 Jahre polizeilich Überprüft.

Schwerstens zu bemängeln gibt es hierbei die Tatsache, dass selbst die allererste Überprüfung erst nach 5 Jahren stattfindet.
...
Mehr muss ich dazu wohl nicht sagen. -_-
...
Doch, muss ich.
BULL-fucking-SHIT! Gerade in der Anfangszeit wäre es doch wohl mit am wichtigsten, auf die sachgemäße Verbringung solcher Gegenstände zu achten - oder? Wie kommt man auf die hirnrissige Idee, ausgerechnet eine derartig sicherheitsrelevante Überprüfung erstmal 5 Jahre schleifen zu lassen?! 5 fucking Jahre!
Möchte gar nicht wissen, wie oft den Beamten bei der erstmaligen Überprüfung ein stutziges "Na, des hob i ned gwusst." vom Waffenbesitzer entgegen gebracht wird, der 5 Jahre Zeit hatte, sich allen möglichen Blödsinn anzugewöhnen.
...
Fuck, oida. m(

-------

Aaaanyway, soweit der grobe Überblick darüber, was für die Waffenbesitzkarte zu tun ist.
Wow, ist doch mehr geworden, als ich zuerst angenommen hatte. Noch dazu kann sich ab 1. Januar 2019 einiges ändern, wodurch ich mir die Mühe hätte sparen können. ^.^°

Aber so schlimm wird's nicht werden. Der Entwurf für die Überarbeitung des Waffengesetzes (auf den ich spätestens nächstes Jahr noch näher eingehen werde) befindet sich noch bis 5. November 2018 in Begutachtung. Bis dahin kann man noch an das Innenministerium schreiben und seinen Senf dazugeben. Wer das tun und/oder anderweitig informiert bleiben möchte, der kann auch bei WaffG.info vorbeischauen.

Aber rechnen wir abschließend mal zusammen:
+ 60....."Waffenführerschein"
+ 282....psych. Gutachten
+ 74.....Wbk-Antrag
+ 50.....kleiner Tresor
+ 400....gebrauchte Pistole
+ 17.....eine Schachtel mit 50 Stk. 9mm Luger
= €883,- (praktisch das Minimum an finanziellem Aufwand für den Selbstschutz alleine)

Als Sportschütze käme dann noch die Eintragung in einen Schützenverein, Gehörschutz, Schutzbrille, Zielscheiben und ein Vielfaches mehr an Munition dazu. Ganz zu schweigen vom Treibstoff, weil nur die Wenigsten gleich um die Ecke eines Schützenvereins wohnen.
€1.000,-? Pfff, was ist das?! Wer ein billiges Hobby sucht, ist hier definitiv falsch.
Ok, ein Großteil der Kosten ist bloß einmalig. Aber Sprit, Munition und Nenngebühren für diverse Bewerbe zehren regelmäßig am Konto. :/

Mit diesen ernüchternden Zahlen lasse ich euch jetzt erstmal alleine.
Fragen, Anregungen, Wünsche, Kritik -> ab in die Kommentare, per Mail an deadandoralive@gmail.com oder per Twitter an @SomeKindOfGod.

Samstag, 20. Oktober 2018

1980er CZ 75 - Meine "Sissi"



1. Bauserie (!) 
Herkunft:  Czechska Zbrojovka Uhersky Brod, Brno, ehem. Tschechoslovakei/Sowjetunion
Baujahr: 1975 - 1980
gebaute Stückzahl: ~25.000
Kaliber: 9 x 19mm
Magazin: 15 + 1
Abzug: Double-/Single-Action

Circa 20 Jahre lebte ich in dem Glauben, dass sie wohl ein ewiger Traum bleiben wird. Im Endeffekt hat sie mich gerademal €280,- gekostet. XD

Als ich von einem Arbeitskollegen erfahren habe, dass ein Freund von ihm diese Pistole nicht nur besitzt, sondern auch verkaufen will, war das Grund genug für mich, mir die Waffenbesitzkarte zuzulegen.
Aber warum eigentlich?


"Get'em while they're young."
Mit etwa 15 wurde ich durch den Fernsehbericht eines Late-Night Erotikmagazins auf die Anime-Miniserie "Gunsmith Cats" aufmerksam.
(Damals, Mitte der 90er, waren Animes und Manga noch lange nicht im Mainstream angekommen. Noch wusste niemand so wirklich, was das überhaupt ist, obwohl ironischerweise Cartoons aus Japan aus dem Kinderprogramm schon längst nichtmehr wegzudenken waren. Die 1. große Hypewelle von Sailor Moon, Dragonball und Pokémon nahm im deutschen Sprachraum gerade erst ihren Anfang. Dem folgte nach und nach das Material für Jugendliche und Erwachsene.)
Das Games Only in St. Pölten (damals DAS Fachgeschäft für Videospiele in der Gegend und x Kilometern Umkreis - good times) hatte auch ein kleines Animesortiment, wo ich die VHS-Kassetten davon herbekam. Durch einen Freund erfuhr ich dann, dass es dazu auch einen Manga gibt. In der Zeit darauf wurde die Serie unzählige Male angesehen und der Comic verschlungen - ich war sehr schnell Fan geworden.
Der Hauptcharakter, Rally Vincent, ist Kopfgeldjägerin und schwört auf ihre treue und seltene CZ 75 der ersten Serie. Die Waffe war somit, gemeinsam mit ihrem Wagen (ein 1967er Shelby GT500 in Brittany Blau mit weissen Rennstreifen), zum Fanartikel #1 für mich geworden.

Die CZ 75, wie sie im Manga "Gunsmith Cats" (Kenichi Sonoda, 1991 - 1997) beschrieben wird.


Doch nicht nur von Fans der Manga, auch von Waffenexperten und Sammlern wird die Pistole sehr geschätzt. Die grobe Geschichte könnt ihr euch gerne selbst auf Wikipedia durchlesen (Ich empfehle den englischen Artikel, da dieser doch ein wenig umfangreicher ist.). Ich ergänze hier bloß ein paar Kleinigkeiten, die man oft nicht oder nur schwer findet, und eben meine persönliche Geschichte.

"But why male models?"
Der große Unterschied zu Übergangs- und Nachfolgemodellen ist das Material, aus dem die erste Serie gefertigt wurde. Rahmen und Schlitten wurden damals aus geschmiedetem Stahl gefräst, während der Rahmen bei neueren Modellen aus Stahlguss besteht. Das machte die Ur-CZ 75 nicht nur aufwändiger und dementsprechend teurer in der Herstellung, sondern insgesamt auch hochwertiger und widerstandsfähiger.
Doch um Produktionszahlen nach oben und Kosten nach unten zu treiben, führte in der damaligen UdSSR kein Weg um schneller und billiger produzierte gegossene Rahmen herum (Im Westen wurde während dessen bereits mit Kunststoff experimentiert.). Bei Erprobung des Stahlgusses, Mitte/Ende der 1970er, wurde aber festgestellt, dass der Rahmen in der bisherigen Form dem Druck nicht standhalten kann, da einfach zu wenig Material vorhanden war, und deshalb im vorderen Bereich der Schiene zu brechen begann - ein Problem das man mit dichterem, jedoch auch "elastischerem" Schmiedestahl nicht hatte.


Ihr seht ja selbst, wie dünn das Material vorne am Rahmen ist.

Also wurden Schlitten und Rahmen am vorderen Ende etwas verbreitert und somit auch die Schiene verlängert - die CZ 75B war geboren.
Obwohl die 75B offiziell erst mit 1981 in Produktion ging, gibt es viele Exemplare der Baujahre bis 1980, die bereits ihre Designmerkmale, jedoch noch nicht das B im Namen tragen. Vereinzelt sind diese Pistolen sogar mit Prägungen von Ende der 80er Jahre zu finden, da zum Fall der Sowjetunion anscheinend noch schnell Altbestände an Teilen verbaut wurden. Die Seriennummern - welche im Normalfall einer Durchnummerierung der produzierten Stückzahl entspricht - der bereits geänderten 75 und der 75B gehen weit in den sechsstelligen Bereich.
(Genaue Zahlen sind mir leider nicht bekannt, weil CZ damit nicht wirklich rausrücken will. 2007 vermeldete die Firma die 1-millionste Pistole der 75er Familie gebaut zu haben. Genaueres erfährt man nur durch mühevolles Zusammensuchen möglichst vieler Seriennummern.)
Vom Schmiedestahl-Modell mit der kurzen Schiene (sprich: Meine. :p) wird eine produzierte Stückzahl von bloß ~25.000 angenommen, da dieses Design definitiv nur von 1975 - 1980 gebaut wurde. Meine ist eine 1980er, damit aus dem letzten Produktionsjahr, und trägt die Seriennummer 25551. Also kommen die Schätzungen so ca. hin.
(Dazu fällt mir ein, dass ich unbedingt mal nach Teschechien ins CZ-Museum muss. Dort liegt die Nummer 00001, und man darf sie sogar anfassen. :D)
Die CZ 75 war von Anfang an für den Export gedacht. Ein Großteil der Waffen ging daher nach Südamerika, Südafrika und in den nahen Osten. Wieviele es davon noch gibt, weiß niemand. Weit verbreitet war sie ohnehin nie, aber inzwischen darf man stark annehmen, dass sie auf jeden Fall richtig scheiß selten geworden ist. ^.^
In den USA waren sowjetische Waffen aufgrund des kalten Krieges praktisch nicht oder nur sehr schwer zu bekommen. Danach griffen strikte (Waffen-)Importgesetze, um eine Überschwemmung des Marktes mit sowjetischen Produkten zu verhindern. Dadurch erzielen die Brüder und Schwestern meiner "Sissi" am anderen Ufer des großen Teichs Preise von bis zu $3.000,-, während man hier in Österreich für eine alte Tschechin selten mehr als €200,- bis €400,- zahlt. Ja,ok, die hohen US-Preise sind meistens den Kosten des Imports geschuldet, aber sei's drum. (Der Sammlerwert dieser Waffen wird in den USA jedoch durch den Umstand gemindert, dass der Importeur eine nicht rückgängig machbare Markierung, oft in Form einer Stanzung, an der Waffe anbringen muss, damit rückverfolgt werden kann, wie wann durch wen welche Waffe ins Land gekommen ist.).
Dagegen sind hierzulande ehemalige Ostblock-Waffen einfach "nichts wert". Nicht weil sie als schlecht erachtet werden, sondern eher wegen einer Mischung aus geographischer Nähe und generell leichterer Zugänglichkeit der oftmals weit verbreiteten Modelle.

"Field stripped" zur Reinigung

"NEEEEERD!"
Dieses Wissen schleppte ich fast 20 Jahre mit mir rum. Ich wurde in jungen Jahren geprägt, und das wird man eben nicht los. ^.^
Jedenfalls kam ich im Frühjahr mit einem Arbeitskollegen darüber ins Reden. dass ich mich schon ewig für Waffen interessiere, auch schon 2-3 Mal in'nem Schiützenverein mit war, aber bis jetzt leider immer Zeit oder Geld gefehlt hat, um dem Schießen als Hobby nachzugehen. Er war schon länger leidenschaftlicher Sportschütze und ebenfalls CZ-Fan. Also wurde er hellhörig als ich sagte, dass meine Lieblings-/Wunschpistole die aller-allererste CZ 75 ist. Ganz trocken meinte er darauf nur, er kennt da wen, der genau so eine verkaufen will - um €280,- kann ich sie haben.
O.O
Instant Herzrasen.
Schnappatmung.
Später setzten die innerlichen Luftsprünge ein und wollten gar nichtmehr aufhören. Ich habe keine Zeit verloren und in den Tagen und Wochen darauf alles in die Wege geleitet, um mir möglichst bald meine Waffenbesitzkarte zulegen zu können (Dazu werde ich sicherlich auch einen Beitrag verfassen.).

Nun bin ich seit etwa 3 Monaten stolzer Besitzer einer CZ 75 der ersten Serie, nummerngleich und in gutem Zustand. Die wird auf ewig mein Baby bleiben. Verhübschungs- bzw. upgradetechnisch habe ich nichts vor, da ich sie möglichst original erhalten möchte. Lediglich die schwarzen Plastikgriffe werden in naher Zukunft, getreu dem Manga, gegen Walnussholzgriffe ausgetauscht. :)

Nur, warum nenne ich sie "Sissi"?
2 Gründe:
1.) Weil sie meine Kaiserin ist.
2.) Weil's namentlich einfach zu gut passt. Immerhin wird CZ im Englischen "ßiesie" ausgesprochen. ^.^

Earning XP
"Aber wie schießt sie sich denn nun?"
Mensch, was war ich froh, dass die Waffe, der ich schon so lange nachgesabbert hatte, ihrem Ruf gerecht wird. Sie liegt wunderbar in der Hand und fühlt sich durch die schlanke Form traumhaft an. Der Griff lässt sich relativ hoch ansetzen, was dem Rückstoß schwächer erscheinen lässt und dabei hilft, die Waffe auf's Ziel gerichtet zu halten, weil die Mündung nicht so stark aufschnappt. Und in Verbindung mit dem angenehmen Griffwinkel lässt sich das Ziel sehr leicht aufnehmen.
Der einzige Schwachpunkt ist, meiner Meinung nach, die blanke Oberseite des Schlittens. Hat man eine Lichtquelle über sich, kann sie stark spiegeln, was beim Zielen etwas irritiert.
Manche Leute bemängeln auch das Gewicht der Waffe. Es stimmt schon, die CZ ist verhältnismäßig schwer. Andererseits vermindert das Gewicht ebenfalls den Rückschlag.


Das Schussbild kann sich ebenfalls sehen lassen. CZs werden im Allgemeinen als äußerst Präzise Schusswaffen gehyped... weil sie's nunmal sind. Das gilt auch für 38 Jahre alte Dienstpistolen, bei denen lediglich die Kimme seitlich adjustiert werden kann.
Bitte beachtet, dass ich noch ganz am Anfang meines Schusstrainings stehe und Sissi eben nicht für sportliche Zwecke optmiert ist. Dafür ist die Leistung jedoch ganz ordentlich. :)

Meine allererste 5er-Schussserie der Marke "Anfängerglück", stehend frei, aus 10m Entfernung. Sind zwar nur 4 drauf, die aber richtig. ^.^
2 Monate später, 10er Serie, stehend frei, auf 18m (ist leider die Maximaldistanz in unserem kleinen Schützenkeller :/)

In Zukunft findet sich hier sicher noch mehr an Erfahrungsberichten und Waffenkram. Ich habe sprichwörtlich "Blut geleckt". Und, wenn ich die die Wbk schonmal habe, warum bei nur einer Pistole aufhören? ^.^
Derzeit stehen CZ Shadow 2, CZ 455, Ruger 10/22, Mauser K98, Mosin Nagant (eventuell eine finnische Fertigung) und eine halbautomatische AK 47 (chinesisch oder russisch) in der engeren Auswahl der zu ausführlichen Wunschliste. Vielleicht bekomme ich sogar irgendwo eine M1 Garand her. Aus strategischen Gründen muss es jedoch erstmal ein Revolver sein.
Es soll auf jeden Fall ein brünnierter (schwarzer) mit Holzgriffen und 6"-Lauf im Kaliber .357 Magnum werden. Absoluter Traum wäre eine Colt Python, aber ich werde mich wohl mit einer Smith & Wesson 586 "begnügen müssen". Mal sehen.  
So many guns, so little... money. :'''(

Samstag, 13. Oktober 2018

42 - 7

I turned 35 today.

I've become increasingly indifferent towards birthdays. Once you're a few years over that mark that you never really thought you'd cross THAT far (I didn't think past my 30th when I was in my twenties), having completed another turn around the sun is just another one of those things that simply happen - trivial, at least to me it is. You barely realize it, and you definitely don't want to make a fuzz about it.

Quite a lot has happened during the past years, and an awful lot didn't.

A quick summary:
As some of you might know, I left this blog as a soon-to-be taxi driver with a new love interest.
 
 - That turned out quite well.
I live together with Lina and her kids (a girl, 11, and a boy, 15) almost three years now. But, to be completely honest, to call it love would be an overstatement. We have a mutual understanding about our relationship that we're in it to make both of our lives better, or at least not as miserable as it was before. She also has a history of people in her past who tended to make things unnecessarily... well, let's say "complicated".
Yet, regarding some treats of our personalities, we couldn't be much more different. She's more of an "let's go outside and do things" woman, while I'm perfectly fine at home on the couch playing video games or watching movies and shows on end. Sometimes we drive each other crazy. And somehow I get the feeling that she has more of a problem with that than I do. But I'm getting ahead of myself. More on that later.

 - After having been driving a cab for 2 years, I got fed up with the especially annoying kind of customers. Which there are many of, but some take the cake, as the ones of you might know who ever had the pleasure of working with customers for an extended time period. The majority is alright, but if one of those assholes show up your day is wrecked beyond repair even though it might just have started.
So, I quit taxi driving and had a short stance of about 3 months as the guy who refills vending machines. (Right before that, I had half a day in a factory that produces paint - unbelieveably dull. The people there were weird, 'cause they seemed oddly at peace with how things are. I came at 7am, left at noon and never got back.) The work itself was actually quite nice, with lots of driving and such, but the boss lady was too demanding for my taste, considering what the job was all about. She treated the company like a supply chain to a war front. If the workers don't give their best every second of every day, the soldiers will starve to death, like, fucking immediately. Every problem with a machine meant that her world was at the brink of destruction, while I thought to myself, "We refill vending machines. Yes, an empty or malfunctioning machine is an invonvenience, but calm the fuck down." I went looking for another driver job after the first month or so.
Eventually, at the end of summer 2017, I wound up at a place that sells and delivers car parts, and I'm quite happy there - nice people, the payment is good, and the work isn't overly exhausting in any way.

 - By far the most fun recent change has been that I finally got a gun license in summer 2018. \o/
Finally as in "I have always liked guns since my early teens, but never got around to actually get a license and start shooting as a recreational activity". Also, there was always some kind of money problem.
Now I'm slowly but surely letting myself fall into the world of target shooters, maybe even some IPSC in the future. And I'm actually not that bad of a shot. Sure, there's still much to be learned, but the practice sessions look very promising.
I guess you'll read more about that here soon.

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Regarding games, I haven't had much time for playing - not as much as I used/want to, that is. During the past 12 months it's mostly been Fortnite for me, PvE and PvP.
I'm looking forward to Red Dead Redemption 2, an eventual announcement of Borderlands 3, and  of course the big one - Cyberpunk 2077 (I'm so hyped I can't even...).

As for the future, I'm planning on updating this blog more frequently again, but with a lot more gun related stuff. ^.^ Due to a lack of equipment (mainly a proper laptop/PC to edit video footage) I'll have to put the idea of making regular YouTube videos on hold.

Well, that's all for a quick update. Let me know what you think? Did you expect me living a life in the gutter by now? And what's your opinion on guns?

Freitag, 7. Juli 2017

Wenn schon, dann alles gleichzeitig

Aus der Kategorie: "Oh, das liegt hier auch noch rum."
Der Vollständigkeit halber stelle ich den vor Ewigkeiten verfassten Entwurf mal online. Habe seitdem kein Wort mehr geschrieben. Ein größeres Update folgt dann ... bald ... vielleicht ... irgendwann mal ... möglicherweise ... .
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Samstag, 12. Juni 2015
Diese Woche  hat sich einiges getan.
Dank der Wohnheimleitung, die mir dankbarerweise einen Schrieb zum Fahrpraxisnachweis ausstellte, konnte ich mir am Montag endlich meinen Taxischein von der Behörde abholen. Gleich nachdem ich draußen war, habe ich den Chef der Taxifirma angerufen, der mir schon vor 2 Monaten den Wisch für's Arbeitsamt geschrieben hat. Am Dienstag um 19:00 hatte ich mein Bewerbungsgespräch. Endergebnis: nächste Woche kann ich anfangen. :)
Ich bin ehrlichgesagt schon etwas nervös, da ich schließlich seit fast 4 Jahren kein Auto mehr gefahren habe, aber wird schon gut gehen.

Außerdem meldete sich gestern, Freitag, auch noch eine der Psychotherapeutinnen, die ich nach meinem Aufenthalt an der Wall zwecks Einzeltherapiestunden auf Krankenschein durchgerufen hatte. Sie hätte nun einen Platz frei. Am Montag dem 22. Juni habe ich um 15:00 Uhr ein erstes Gespräch. Mal sehen, was dabei rauskommt.

Ansonsten ging's mir den ganzen heutigen Tag superdreckig, doch diesmal rein körperlich.
War gestern Abend mit 2 Bekannten aus dem Wohnheim in der Stadt einen trinken. Einer der Wirte stellte uns zur Rechnung auch noch einen Kümmelschnapps her. Den restlichen Abend bekam ich diesen Hustensaftgeschmack nichtmehr weg. Meinem Magen bekam er ebenfalls nicht. So ausgehoben hat's mich schon ewig nichtmehr. Sogar heute Morgen kam mir noch das Kotzen. Nichtmal Wasser wollte drinbleiben, von Essen ganz zu schweigen. Heute brauchte ich den ganzen Tag, um mich zu erholen. Ich werd' zu alt für diesen Scheiß.

...

Montag, 24. August 2015
Ganz ehrlich: keine Ahnung, was ich schreiben soll.
Einerseits ist verdammt viel passiert (ich meine das im Vergleich zu dem, was sich normalerweise in den letzten Jahren bei mir getan hat),  aber andererseits hab' ich irgendwie keinen Bock und finde keine Zeit, irgendwas aufzuschreiben, solange es mir verhältnismäßig gut geht.

In den Taxi-Job habe ich mich inzwischen so einigermaßen eingelebt. Ich könnte nicht behaupten, dass ich mich in 10 Jahren noch darin sehe, doch momentan macht's noch Spaß.
Autofahren kann nicht so unterschiedlich zu Radfahren sein, denn das verlernt man anscheinend auch nicht so schnell. Anfangs war ich zwar ganz schön nervös (vor allem weil der Chef einen halben Tag lang auf dem Rücksitz mitfuhr, um mich in die Arbeit einzuführen), aber das legte sich sehr schnell wieder, nachdem ich gemerkt hatte, dass es doch noch um einiges besser funktioniert als zuerst angenommen. Jetzt fahre ich schon das 3. Monat und habe noch nicht eine einzige Schramme an den Autos verursacht. ^^

Da sich die geplanten Einzeltherapiestunden mit der Arbeit überschnitten hätten und ich so ständig Montags frei gebraucht hätte, habe ich nach nur einer Sitzung gemeinsam mit meiner Therapeutin beschlossen, den Therapieplatz abzugeben.
In dieser einen Stunde stellte sie mir die Frage, welche Ziele ich mit der Therapie verfolge/was ich glaube, dass mir dir Therapie bringen und wobei sie mir helfen könnte. Mir fiel absolut keine Antwort ein - selbst nach 2 Wochen nicht. Ich fühl(t)e mich als hätte ich keinerlei Verwendung  mehr dafür. Für mich stellte es bloß einen weiteren Programmpunkt dar, den es nach dem Aufenthalt an der Wall abzuhaken galt. Also war's im Endeffekt wohl ohnehin das Beste, das nicht weiter zu verfolgen.

Die mit Abstand größte und beste Veränderung in den vergangenen Monaten geht momentan nur Lina und mich was an. ;)

Donnerstag, 4. Juni 2015

Schon wieder Tagebla

Mittwoch, 27. Mai 2015
Als erste Botschaft habe ich heute früh von einem Mitbewohner erfahren, dass Goalem, den ich an der Wall kennengelernt habe, gestorben ist. Er hat sich gemeinsam mit einem Bekannten oder Freund eine Überdosis reingepfiffen. :/
R.I.P. du Sautrottel. ;)

Und ENDLICH (!!!) ist heute das Zeugnis der Taxiprüfung eingetroffen. :D
War gleich bei der Behörde, um den Schein zu beantragen, aber natürlich war da heute Nachmittag niemand mehr dort. :/

Donnerstag 04. Juni 2015, 07:25 Uhr
Vergangenen besuchte ich mit Lina ein kleines Metal-Konzert in Wien, auf das sie mich eingeladen hatte. Mit dabei war auch ihr 12-jähriger Sohn - sein erstes Metal-Konzert.  Es spielten Angor aus Österreich, Yuri Gagarin aus Schweden und Disillusion aus Deutschland.
Wie beim letzten Mal konnte ich mit dem Haupt-Act nicht wirklich viel anfangen. Außerdem standen wir zu dem Zeitpunkt zu weit hinten, um guten Sound abzubekommen (vorne ging's, aber hinten fing sich, bis auf ein paar ruhigere Song-Passagen, bei der Location alles zu überschlagen an). Aber ich hab' durch Yuri Gagarin psychedelic Spacerock für mich entdeckt. :3
Is' wieder was für die Sexplaylist. ^^
Angor wäre zwar auch nicht schlecht gewesen, doch der Lead-Gitarrist war sowas von scheiße (Einsätze verpasst und bei Solos verspielt, wenn er nicht gleich von Beginn an einen Halbton zu hoch einsetzte). X'D Aber egal. Das insgesamte Erlebnis war den Ticketpreis von 14€ wert. :)