S Pink Premium Pointer Bio-Tagebuch (nur 3% Fantasie): Alles raus! Alles neu!
People used to remind me that "not everything's either black or white", but that doesn't mean they don't exist.
Because, where is all that grey coming from?

Dienstag, 11. März 2014

Alles raus! Alles neu!

Heute habe ich also meine Zahn-OP hinter mich gebracht.
Eine Zahnbehandlung schiebe ich schon Jahre vor mir her. Was meine Zähne betrifft war ich immer schon ein faules Aas hoch 10.
Mein ältester Bruder putzte sich von Kindheit an IMMER zwei Mal pro Tag die Zähne -> eitriges Kiefer und große OP mit 18. Mein zweiter Bruder (auch 6 Jahre älter) legte nie wirklich sooo viel Wert auf Zahnpflege, mit einem ähnlichen Endergebnis.
Also kam ich schon als Kind zu der Schlussfolgerung: "Fuck it. Wenn schon genetisch schlechte Zähne, wozu dann darum kümmern?" Hinzu kam noch die "Angst" vor Zahnärzten. Naja, nicht unbedingt Angst, ich mag's einfach nicht ... absolut nicht: der Geruch; das Geräusch des Bohrers; das Ausgeliefertsein im Stuhl, während der maskierte Mann über einem mit spitzen Metallgegenständen an äußerst empfindlichen Stellen in einem herumhantiert. Ist ganz und gar nicht Meins. :/
Lieber hatte ich 2-3 Mal im Jahr für ein paar Tage Schmerzen, alsdass ich mich dem freiwillig aussetzte. Es erschien mir als "das kleinere Übel". Da ich nie ein Zukunftsdenker war (kommt ja sowieso immer alles anders, als man denkt), haben mich die Folgen auf längere Sicht nicht interessiert. So nach dem Motto: "Darum lümmere ich mich dann, wenn's so weit ist. Momentan geht's ja.".
Gegen Ende letzten Jahres war es dann so weit. Sogar mir wurde es schon zu unangenehm, praktisch nichts mehr wirklich kauen zu können. Zwar gewöhnt man sich über die Jahre daran, um schmerzhafte Stellen herumzubeißen und die paar Zahnruinen, die noch da sind, so effektiv wie möglich zu nutzen, doch man vermisst es immer mehr, von der Schokolade einfach abzubeißen oder Nahrung nicht mit Zunge und Gaumen zerdrücken zu müssen. Selbst das Lachen überlegt man sich schon zwei Mal. Außerdem begann es mich irrsinnig anzufucken, dass ich nichtmehr ordentlich sprechen konnte. Ich klang schon mehr nach den typischen Säufern an der Tankstelle. Schlimmer noch, ich klang wie meine Mutter, wenn sie getrunken hat.
"JETZT REICHT'S!"
Ab zur Krankenkassen und kucken, was geht. Die Ärztinnen waren sehr nett (fühle mich bei Frauen prinzipiell besser aufgehoben, warum auch immer), sagten mir aber, dass da wohl nichts zu retten sei. Ganz ehrlich: das wollte ich hören. Weg damit! Hatte ohnehin immer nur Ärger mit dem Zeug. Zu großen Teilen selbst verschuldet, ja, aber das ist nun auch egal. :p
Einer ihrer männlichen Kollegen vom anderen Behandlungsraum meinte gleich was von wegen: "Sicher geht da was. Stift hier, Krone da, dort'ne Brücke ... .".
Ich dachte mir nur: "Na klar. Und wer bezahlt mir die Scheiße? Du ganz bestimmt nicht.". Noch dazu wäre das mit x-vielen Behandlungen über mehrere Monate hinweg verbunden gewesen. Fuck that!
Der Typ hatte jedoch nur das Röntgenbild gesehen, das ja nicht sooo schlimm aussah. Nach verbalem Konter der Frauen (geht bei der NÖGKK in St. Pölten zu Frau Dr. Saini und Frau Frostl, die sind cool. :) ) und einem Blick in meinen Mund, zog er sich kleinlaut zurück und ließ die Frauen arbeiten. Männer, pff. ^^
Nach ärztlicher Bescheinigung einer Phobie wurde mir eine Vollnarkose genehmigt (GRATiS, Bitches!!! :D) und hatte heute dann endlich meinen Termin. Durch die Blutanalyse im Rahmen der Voruntersuchung für die Narkose weiß ich nun auch, dass ich weder HiV noch Hepatitis mit mir rumschleppe. Hatte zwar keinen Verdacht, aber trotzdem gut zu wissen. ^^
Zwischenstand: aus VORHER wurde das vorläufige NACHHER.
(ACHTUNG: Ganz und gar nicht hübsch! Bin ich nicht nett, dass ich euch die Bilder nicht einfach vor die Nase setze? ^^ ETWAS ANERKENNUNG, verdammt! >_<*)
Hatte es mir um ein Vielfaches schlimmer vorgestellt, aber bis auf ein paar Stunden Kopfschmerzen nach der Narkose bin ich vollkommen schmerzfrei. Ja, ok, ist auch nix mehr da, was wehtun könnte, ich weiß. :p ^^
Es ist auch nicht wirklich angeschwollen, nur innen ein wenig, also können die keine sonderlichen Schwierigkeiten gehabt haben.
3 Stunden vor der OP
5 Stunden nach der OP
Pfleger Constantin (so stellte er sich bei mir vor, also nenne ich ihn auch so :D ), der Anästhesist, war sichtlich überrascht, dass ich mich nach meinem chemisch induzierten Schläfchen sehr schnell wieder erholt habe. Innerhalb einer halben Stunde war ich von ansprechbar schon wieder zurück auf den Beinen. Die Blutung hielt sich in Grenzen und auch die Taubheit verflog sehr schnell wieder.
Im Informationsblatt stand bei den Hinweisen, dass es durchaus vorkommen kann, dass bei der OP Nerven verletzt und/oder vollkommen durchtrennt werden, was zu chronischen Schmerzen oder Taubheit führen kann. Unter den eventuell betroffenen Bereichen war auch die Zunge aufgelistet. Das war einer der Punkte, vor denen ich ehrlich gesagt am meisten Schiss hatte.
"Bitte nicht meine Zunge 'unbrauchbar' machen oder auch nur ihre Funktion einschränken. :( Ich brauch' die noch. Die ist eines meiner Lieblingsteile."
Ich muss hier kurz mal den Macho raushängen lassen: Ladies, ich kann Entwarnung geben. Die Zunge ist voll einsatzbereit. ;)
Aaaanyway, in zwei Wochen wird ein Kieferabbdruck gemacht, nach dem dann die Prothesen angefertigt werden. Bis dahin muss ich teilweise wieder neu sprechen lernen. F geht ganz gut, auch das englische T-H bekomm' ich irgendwie hin, aber S-Laute klingen grauenvoll. :/
Keine Zähne sind trotzdem jetzt schon ansehnlicher als schlechte Zähne. :)
Werde morgen probieren was zu ess ... lutschen. ^^ Heute trau' ich mich das noch nicht wirklich.

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