S Pink Premium Pointer Bio-Tagebuch (nur 3% Fantasie): 1 oder 0?
People used to remind me that "not everything's either black or white", but that doesn't mean they don't exist.
Because, where is all that grey coming from?

Donnerstag, 12. Juni 2014

1 oder 0?

XY oder XX?
Männchen oder Weibchen?

DIE Frage bei jeder Schwangerschaft und daher so alt wie die Menschheit selbst.
Für Video- und Computerspieler/-innen stellt sich diese Frage aber meistens erst gar nicht. Denn entweder steht die Sache für einen selbst ohnehin schon vorher fest (so wie bei mir; ich spiele prinzipiell IMMER lieber einen weiblichen Charakter) oder es wird einem die Wahl schlichtweg vorenthalten. ... So wie es Ubisoft im kommenden "Assassin's Creed" vorhat. Die "Begründung", warum sie das tun, ist allerdings das eigentliche Problem an der Geschichte.


Ich hab' nichts dagegen, dass es noch immer vorwiegend männliche spielbare Protagonisten in Videospielen gibt. Die Frauen holen über die letzten Jahre immerhin stark auf, und das ist gut so.
Samus Aran ("Metroid"), Lara Croft ("Tomb Raider"), Rebecca Chambers und Jill Valentine ("Resident Evil"), Hana Tsu-Vachel ("Fear Effect"), Commander Shepard ("Mass Effect") und Bayonetta, um nur ein paar zu nennen, die mir auf die Schnelle einfallen.
Dabei geht es sogar immer mehr in die Richtung wirklich starker Frauenrollen und weg vom früher üblichen, sehr einfachen "Sex sells."-Gedanken. Dass sie dabei trotzdem noch zum Teil ihr Sexappeal ausspielen, hat für mich nichts mit Sexismus zu tun. Einen gewissen Grad an "Ausnutzung" findet man bei männlichen Helden doch genauso, sei es nun bei pretty Boys wie Alan Wake und Nathan Drake ("Uncharted"), bärigen Typen wie Kratos ("God of War") oder fast dem gesamten Cast aus "Gears of War", oder bei Freaks wie Dante ("Devil May Cry").
Gut beworben ist halb verkauft. Und SEX SELLS, damnit! Immer! Daran wird sich nie was ändern. Doch solange man's nicht übertreibt, spricht absolut nichts dagegen, mit seinen optischen Vorzügen etwas zu spielen. Macht man selbst doch IRL auch nicht anders.

Zwar bleibt es schade, dass man in so manchem Spiel nicht zwischen männlicher und weiblicher Hauptrolle wählen kann, doch das liegt meistens an der Vorgeschichte des Franchises (wie in "Deus Ex"), an der absichtlichen Bedienung eines bestimmten Klischees (Western in "Red Dead Redemption" oder die typischen Gangster und Psychos in "Grand Theft Auto") oder bloß am Zeitdruck und an finanziellen Engpässen verhältnismäßig kleiner Projekte (z.B. "Two Worlds").
Im Triple-A-Sektor, bei den absoluten Spitzenspielen - und da gehört "Assassin's Creed"-Reihe nunmal dazu, ob sie einem nun gefällt oder nicht - hätten die Publisher und Entwickler aber theoretisch Zeit und Geld ohne Ende, und die Handlung der Marke ließe ihnen genügend kreativen Freiraum, sodass man auch diverse Klischees mühelos umgehen könnte.
Trotzdem erdreistet sich eine Firma wie Ubisoft auf der diesjährigen E3 doch beinhart, zu behaupten, es wäre zuviel Aufwand einen spielbaren weiblichen Charakter in das Franchise zu integrieren.

Von der Perspektive eines Charakterdesigners ist es alleine schon deswegen Bullshit, da man, um einen echten badass Frauencharakter zu erschaffen, nichteinmal zwingend ein klar als weiblich zu identifizierendes Charaktermodell bräuchte. Man denke nur an Samus Aran oder Brienne of Tarth ("A Song of Ice and Fire" bzw. "Game of Thrones") in ihren Rüstungen.
Was das Drumherum wie z.B. die Dialoge betrifft ... Mann, ich frage mich ehrlich, wie es Rockstar ("GTA", "RDR"), BioWare ("Mass Effect", "Dragon Age"), Gearbox ("Borderlands") und Bethesda ("The Elder Scrolls", Fallout, "Skyrim") zu Stande bringen, so viele auf das weibliche Geschlecht bezogene Dialogzeilen in ihren fucking RIESIGEN Spielen unterzubringen, und es dabei auch noch schaffen, regelmäßig ein Spiel zu veröffentlichen. WAS für VERDAMMTE GÖTTER müssen bei denen in der Produktionsabteilung sitzen und das alles organisieren und programmieren? O.O (/sarcasm -_-°)
Natürlich ist es ein ordentlicher Aufwand, den sich Ubisoft warum auch immer aber nicht antun will, obwohl sie's ohne Frage könnten. Doch einen medialen Shitstorm auszulösen und eine Kerosinbombe in die Flamme der Sexismusdebatte zu werfen, ist ja soviel einfacher zu handhaben und sooo viel besser für das Image der Firma ... nicht.
Ich finde es sogar ein wenig bewundernswert, wie es manche Publisher immer wieder auf's Neue schaffen, ja sogar darauf anlegen ihren Ruf zu schädigen. Fast so, als müssten sie es tun, um wieder irgendwie Schlagzeile zu machen. Gute Spiele alleine reichen nichtmehr aus. Man muss schocken und provozieren.
"Ähm, Leute? Hört zu! Wir sind in der letzten Zeit einfach zu gut unterwegs. Wir haben zu wenig verbockt. Keiner redet mehr über uns. Alle quasseln sie nur darüber, dass EAs "Battlefield" nicht funktioniert und über Nintendos YouTube-Fuck-Up. Unseren Always-On-DRM-Quatsch haben die Medien offenbar schon wieder vergessen bzw. wurde der von Microsofts Xbox One-Marketingabteilung gekonnt übertrumpft.
Also, BRAINSTORMING TIME! WAS können wir dagegen tun?"
"Vergewaltigung!"
"Nein, nicht ganz so heftig. Irgendwas wo wir uns dumm rausreden können, ohne moralisch zu sehr abzufallen. Außerdem wollen wir nicht Crystal Dynamics und SquareEnix (die "Tomb Raider"- Diskussion letztes Jahr) kopieren." 
"Wir dissen Homo- und Transsexuelle-"
"-und riskieren den gesamten europäischen Markt, der gerade erst Conchita zu seiner Königin gewählt hat? Auf keinen Fall."
"Die Frauenbewegung anpissen ist auch grade In. Das zieht richtig gut. Die regen sich prima auf, sorgen so für ordentlich Wirbel, sind dabei aber in der Unterzahl und machen sich durch ihre teilweise extremen Ansichten in der Öffentlichkeit meistens nicht allzu viele Freunde."
"Zum 1. ... Zum 2. ... *Tack!* VERKAUFT!"
So ähnlich Stelle ich mir das vor. Negativwerbung ist schließlich auch Werbung.
Aber war das wirklich notwendig, Ubisoft? Für mich gilt: Fremdschämfaktor over 9000. -_-
Activision schafft es doch auch, "Call of Duty" mit anderen Slogans zu vermarkten, außer: "'MURICA! FUCK YEAH!" 
(den oft übertrieben patriotischen Unterton der "CoD"-Spiele mal außen vor gelassen ^^ )

Ich verlasse euch mit einem Tweet von TheHelldrik, der so schön sagte:
"Ich glaube, Ubisoft hätte an der Stelle (wie so oft) einfach die Fresse halten sollen, ... "

Was haltet ihr von der Aussage Ubisofts?
Warum spielt ihr lieber weibliche bzw. männliche Charaktere?

PS: Rockstar, PLEASE make a female playable character for the story mode in "GTA VI". :)

Kommentare:

  1. Hahaha ich finde du hast es absolut genial auf den Punkt gebracht :D
    Das traurige ist ja, wie sich jetzt die Diskussion zwischen den Leuten aufstachelt, ob es nun "okay" oder "nicht okay" ist was Ubisoft da gesagt hat bzw was sie machen (wo ja auch zwie große Unterschiede sind).
    Es war einfach wirklich ungeschickt ausgedrückt. ich denke mir wohl dass es so ist, dass diese multiplayer missionen ja teilweise im verlauf der story selbst passieren, und da könnten sie ja zum beispiel sagen "die story ist auf einen männlichen charakter ausgelegt (zB aufgrund des historischen backgrounds usw). Es wäre immersion-breaking wenn nun mitten im spielverlauf für eine multiplayer mission der spielbare charakter auf eine frau wechseln würde. Für den multiplayer modus außerhalb der story haben wir auf den einbau eines zusätzlichen charaktermodells verzichtet, zugunsten anderer Inhalte".
    Das wäre ein Beispiel für eine relativ neutrale, nicht wertende Aussage, bei der man auch nicht lügen muss um auszudrücken was man sagen möchte (das eben der Aufwand, so minimal er auch sein mag, nicht drin ist).
    Mich erinnert es an die Debatte um diesen Pixar (Disney?) Animationstypen der kurz nachdem Frozen aufkam meinte "Frauen seien schwieriger zu animieren weil sie so viele Emotionen zeigen" oder irgendso ein Schwachsinn :'D

    Egal. Die ganze Diskussion erweckt nun jedenfalls wieder meine Ideen für eine Assassin's Creed Fan Faction mit weiblichem Protagonisten XD

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    1. Hihi, danke. ^^

      Ja, oft kommt es eben nicht immer nur darauf an, wie man etwas sagt, sondern manchmal zählt wirklich, was man sagt bzw. ob man überhaupt etwas sagt.
      Das mit dem Pixar-Animator wusste ich nicht. Weibliche Charaktere sind definitiv anders zu animieren. Aber schwieriger? :D
      Ich find's vor allem deswegen schade, dass das Thema jetzt schon wieder so in die Medien gedroschen wird, obwohls (zumindest die letzten Tage vor der E3) teilweise wieder so schön ruhig war. Und dann passiert's auch noch beim Thema Videospiele. Die Spieler sind doch sowieso schon alle potentielle Amokläufer, und jetzt wird die Industrie wieder als durch und durch sexistisch dargestellt ... solange, bis wieder ein "Killerspieler" durchdreht. :/ Dabei steht die Meinung der meisten Spieler aber im direkten Gegensatz zu dem, was Ubi von sicht gibt. Hauptsache wir ziehen mal wieder ein ganzes Hobby in den Dreck, dessen Ruf in der Öffentlichkeit sowieso schon angeknackst ist. Und wenn, dann diesmal richtig: nämlich von INNEN heraus. Danke, Ubisoft ... nicht. -_-

      Du schreibst Fanfics? :)
      Die Idee dazu gibt's ja schon länger. Das Fanart der weiblichen Assassine im viktorianischen England, das mal wo gefunden habe, bringe ich dazu immer gern an. :3
      https://www.dropbox.com/s/8jgg0bhu9z45z52/ACvictorianLondon.jpg

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