S Pink Premium Pointer Bio-Tagebuch (nur 3% Fantasie): The Winchester Brothers
People used to remind me that "not everything's either black or white", but that doesn't mean they don't exist.
Because, where is all that grey coming from?

Sonntag, 31. August 2014

The Winchester Brothers

"I've already told the other detectives everything I know."
- praktisch jeder, der von Dean und Sam zu irgendwas befragt wird

Lange hat's gedauert, aber ich habe mich vor ein paar Wochen dann doch mal dazu überreden lassen, "Supernatural" eine Chance zu geben.
Und gut war's. ^^


Wer's nicht kennt:
Dean und Sam Winchester ("Yes, like the rifle.") sind Hunter, die quer durch die Staaten ziehen und alles jagen, was nicht in die natürliche Ordnung von Leben und Tod passt. Geister, Dämonen und andere übernatürliche Kreaturen werden von ihnen aufgespürt und zurück in die Hölle geschickt oder zumindest zur Ruhe gebracht. Aber eigentlich suchen sie nur nach einem ganz bestimmten Dämon, der damals, als Dean 4 und Sam gerademal ein halbes Jahr alt war, ihre Mutter ermordet hat. Ihr Vater John, der die beiden seitdem zur Jagd ausbildete, ist dem Ding auf der Spur. Doch der ist nun ebenfalls verschwunden.

Den Weihnachtsmann gibt es nicht
Eine Serie um zwei männliche Buffys also. Gut, dazu kann ich nichts sagen, da ich "Buffy" nie gesehen habe (RUHE! Es steht auf der ToDo-Liste, aber das wird sicher noch dauern. :p), also lass' ich das jetzt einfach mal so stehen.
Die Serie ist als "Roadmovie" aufgezogen. Soll heißen: jede Folge eine andere Stadt mit einem anderen Phänomen, dem die Beiden nachgehen, und einem anderen "Monster". Dabei geht es allerdings nicht nur um die üblichen Verdächtigen, wie Vampire, Werwölfe und ruhelose Geister etc., sondern es wird sich an Folklore und Mythologien aus aller Welt bedient. Und selbstverständlich ist auch nicht immer alles böse, was ihnen so unterkommt ... obwohl ... naja, meistens schon. ^^
Dean ist der pragmatische, eher verschlossene, draufgängerische Rowdietyp. Er steht auf laute (Classic) Rockmusik, alte Autos und schöne Frauen (in beliebiger Reihenfolge; gerne auch alles gleichzeitig). Sam ist der emotionalere, vergleichsweise zurückhaltende College-Geek. Man könnte sagen, er liefert das Gehirn als Ausgleich zu Deans Muskeln. Wo beides nicht ausreicht wird mit einem kofferaumfüllenden Waffenarsenal nachgeholfen. Zum Standard gehören Weihwasser, Dolche aus purem Eisen, Silberkugeln für die 9mm-Beretta bzw. die .45 Colt 1911, mit Steinsalz geladene Schrotflinten, und Sprühfarbe für Wandverzierungen der Marke "Bannzauber und Schutzrunen".


Wie bei vielen Serien üblich, nimmt sich auch "Supernatural" oft nicht allzu ernst.
Die meisten humoristischen Anspielungen sind Deans Musikfetisch und Sams gelegentlichen Anflügen von Nerdyness zu verdanken. Sie geben sich öfters mal als Beamte oder Ärzte aus, um an Informationen zu kommen, und vertrauen darauf, dass niemand Verdacht schöpft, wenn sie sich als "Dr. James Hetfield" und "Detective Jimmy Page" ausgeben oder unter dem Pseudonym "Wedge Antilles" in ein Motel einchecken.
Das Auto, ein '67er Chevy Impala, ist sowas wie der 3. Hauptcharakter. So wie Dean von dem Wagen spricht erinnert es ein wenig an Cpt. Mals Beziehung zur Serenity in "Firefly". Die Brüder haben immerhin ihr halbes Leben darin verbracht und es ist ein Erbstück ihres Vater, also wird auf das Baby besonders gut V-achtgegeben.
Aus technischer Sicht hat es mich etwas überrascht, dass die Effekte von der 1. Staffel an ziemlich gut gemacht sind. Ok, die ist erst 10 Jahre alt, aber wenn man sich dagegen die Anfänge von "Once Upon A Time" ansieht, kommt man nicht drum herum, es bei "Supernatural" positiv anzumerken.
Selbstverständlich ist der Soundtrack mitverantwortlich für den guten Eindruck, da er sich immer wieder gerne bei Classic und Hard Rock bedient.


Reichst du mir bitte das Salz ... oder was hilft gegen Autoren aus der Hölle?
Selbstverständlich gibt's jedoch nicht nur gute Seiten. Teilweise ist die Serie arg dumm gemacht. Sams ständiges Zögern und auch sonst nachbesserungsbedürftiges Timing hängt einem sehr bald zum Hals raus. So einige Horrorfilm-Klischees werden etwas überstrapaziert. Wem "Hello?! Is somebody there?!" nicht schon vorher auf die Nerven ging, der wird es spätestens mit "Supernatural" hassen lernen.
Und manche Szenen stinken geradezu als wäre was faul ... die Drehbuchautoren zum Beispiel. Diverser Schwachsinn, den man gezeigt bekommt, wäre einfach nicht notwendig gewesen. Aber als sie die Parts geschrieben haben, war es wohl schon 3:00 Uhr morgens nach einem 20-Stunden-Tag, und 2 Stunden später sollte das Skript fertig sein. Also hat man kurzerhand ein paar "glückliche Zufälle" eingebaut, um schnell fertig zu werden. Leider kommt das über mehrere Episoden verteilt ziemlich oft vor. :/
[Beispiele:
- A läuft über offenes Feld davon und ist noch keine 10m (!) weit weg. B rennt ihm mit einer Schrotflinte in der Hand nach, obwohl nichts dagegen spricht, einen Schuss abzugeben. B kann zu Fuß nicht mithalten, wodurch A natürlich entkommt.
Frage: Warum tut B das?
Antwort: 'Cause logic was in a desperate need of a good fuck, and bullshit plot twist was glad to deliver.
- C platzt zu Tür rein, feuert beide Rohre einer relativ unhandlichen, doppelläufigen Schrotflinte auf D ab und muss nachladen. D ist grade noch so ausgewichen und nutzt die Nachladepause für einen Gegenangriff. 10 Sek. später hat D endlich C in einer Rauferei überwältig und nimmt ihm eine geladene Pistole ab, die C die ganze Zeit über hinten in der Hose hatte.
Frage: Warum lädt C in engen Räumlichkeiten lieber die große Flinte nach, anstatt zur Pistole zu wechseln?
Antwort: Weil Unlogik reloaded! (wortwörtlich)
Wow. Jetzt wo ich drüber nachdenke: das war mit großer Wahrscheinlichkeit das erste Mal, dass es mich gestört hat, wenn in einem Film oder einer Serie jemand nachlädt. XD]
Nicht, dass mich jemand falsch versteht. Ich suche bei solchen Serien ganz bestimmt nicht nach absolut einwandfreier Logik, Authentizität oder gar Realismus an allen Ecken und Enden. Aber ein durchdachtes, halbwegs intelligentes Drehbuch kann doch unmöglich schon zu viel verlangt sein.
[SPOILER! Zum Lesen: Text markieren.]
--- Zu Beginn der 2. Staffel müsste John Winchester eigentlich schon Matsch sein. MATSCH! Der Truck ist volle Kanne in die Beifahrerseite des Impala gewachsen. Hätten sie das Wrack nicht gezeigt, hätte ich's mir ja fast einreden lassen, dass man sowas überlebt. Ja, mich nervt sowas eben. :p ^^ ---
Ein weiterer Schwachpunkt, den man auf die Autoren schieben kann, sind die inkonsequenten Charaktere der Gebrüder Winchester. Und zwar deswegen, weil Dean und Sam hin und wieder die Rollen zu tauschen scheinen - teilweise sogar mehrmals innerhalb nur weniger Minuten, also in nur einer Episode. In vielen Fällen sehen sie einstimmig auf gut Glück nach, ob an einem "seltsamen" Todesfall in der Zeitung etwas übernatürliches dran ist. Oft meckern sie allerdings abwechselnd daran herum, dass es wahrscheinlich verschwendete Zeit ist, der Sache nachzugehen, und vergessen dabei offensichtlich, dass ihr Job genau darin besteht und sie nie wirklich was anderes gemacht haben. Bei zahlreichen Gelegenheiten springt die Motivation vollkommen willkürlich im ständigen On/Off-Wechsel zwischen den Beiden umher.


Carry On My Wayward Son
Alles in Allem macht "Supernatural" jedoch genug richtig, damit ich's mir ansehen kann, ohne mich zu sehr über diverse Patzer aufregen zu müssen. Ähnlich wie "Castle" dient Serie für mich als unterhaltsamer Lückenfüller für zwischendurch, bis es neues von "Doctor Who", "The Walking Dead" und "Game of Thrones" gibt. Insgesamt lässt sich der lange gehegte Verdacht, dass es sich hierbei um eine typische "Frauenserie" handelt, nicht komplett aus der Welt schaffen. Viele gängige Vorurteile bestätigen sich. Glücklicherweise bietet "Supernatural" aber ausreichend Material, um auch interessant zu bleiben, wenn man mit gefühlsschwangeren pretty Boy-Szenen, seichten Lovestories, teils zähem Pacing der Haupthandlung und Logiklöchern nicht so viel anfangen kann.
Ich kippe nicht total drauf rein, aber ich werd' weiterhin dranbleiben. Zumindest bis einschließlich Staffel 7, oder so, soll es ja eine zusammenhänge Geschichte haben. Ich bin im Moment beim Anfang von Staffel 4., und da wird's grade erst so richtig interessant. Endlich kommt auch mal "die andere Seite" zu Wort. Darauf hab' ich schon gewartet, denn ohne geht's ja wohl kaum. :3

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