S Pink Premium Pointer Bio-Tagebuch (nur 3% Fantasie): Verschlimmbesserung
People used to remind me that "not everything's either black or white", but that doesn't mean they don't exist.
Because, where is all that grey coming from?

Freitag, 17. Oktober 2014

Verschlimmbesserung

Nach inzwischen 2 Tagen in der psychiatrischen Anstalt habe ich mich eigentlich schon ganz gut eingefunden. Vor allem aufgrund der Annahme, dass sich jetzt endlich wieder was in die "richtige" Richtung bewegt und sich alles schon irgendwie regeln lässt. Es wurde ja auch mehrmals angedeutet, dass man sich zwar noch weiter informieren müsse, aber meine Situation jetzt nicht so tragisch sei. So auch bezüglich der fehlenden Versicherung. (In einem meiner voeherigen Einträge hab ich ja bereits erläutert, dass ich seit Mitte/Ende Juni kein Geld mehr vom Amt bekomme, da ich wegen meines psychischen Zustands nicht in der Lage war, die die Termine einzuhalten.) Ich solle mich erstmal etwas ausruhen und stabilisieren.
Heute stellte sich heraus, dass mir, solange eben kein Versicherungsschutz besteht, jeder Tag in der Anstalt mit 600€ verrechnet wird, da es keine Möglichkeit zu einer nachversicherung oder sowas gibt. Bleibe ich also bis Montag, kommt alleine schon dadurch eine zusätzliche Belastung von 3.000€ auf mich zu. Nun sitze ich also hier und sehe die Zeit dahinticken, während im Hinterkopf der Geldzähler läuft (600€ / 24Std. = 25€/Std., die ich hier verbringe = ca. 42 Cent/Min.). Das ist wirklich sehr beruhigend und ganz bestimmt nichts anderes als zuträglich zu meiner Stabilisierung ... NICHT.
Außerdem wurde mir bescheidgegeben, dass eigentlich auch eine andere psychiatrische Einrichtung für mich "zuständig" wäre. Hier versorgen sie normalerweise nur Einwohner Wiens aus den Bezirken Bli, Bla, Blupp und Sowieso, und Obdachlose mit den Anfangsbuchstaben "A" bis "weißderTeufelhabnichtzugehörtweilsmichnichtinteressiert". Wenn ich dann wieder versichert bin, könnte ich mich nur bei einer Anstalt melden, die für den Bereich, in dem ich meinen Hauptwohnsitz gemeldet habe, zuständig ist. Heißt weiter: wieder andere Ärzte und jede Menge andere fremde Leute. Vor allem heißt es aber, mit der Schilderung meiner Situation wiedermal ganz von vorne anzufangen, wieder die selben Fragen, wieder die selben Erklärungen.
"Insanity is: doing the exact same thing over and over again, expecting a different outcome."
Wenn man nach Einsteins Definition von Verrücktheit geht, ist wohl schon seit längerem kein Wunder mehr, dass ich das Gefühl habe, den Verstand zu verlieren. Und jedes Ereignis, das mich in irgendeine Richtung voranbringt, scheint sich wieder in einen neuen, sich ständig wiederholenden Kreislauf zu ergeben, wechselt seine Richtung allerdings oft genug, sodass von einer Stabilisierung nicht die Rede sein kann. Und nach all den bisherigen "Ergebnissen", halte ich es persönlich für ganz und gar nicht seltsam, dass ich einfach nurnoch meine Ruhe von all dem Scheiß haben will. Diese bürokratische Hin- und Herfickerei habe ich noch nie verstanden, geschweige denn durchblickt, und habe es ehrlichgesagt auch nicht vor, solange sie einem so unnötige Steine in den Weg legt. Auf internationaler Ebene wär's ja einigermaßen entschuldbar, sich bei der Verständigung und den Zuständigkeiten so dumm anzustellen. Aber innerhalb eines Staates?! Ehrlich?! (Wieder ein schöner Grund mehr für mich, um von Politik und ihren Methoden herzlich wenig zu halten. Ich würde auch gerne dafür bezahlt werden, hauptberuflich so einen Schrott zu verzapfen. -.-)
Ich bin an sich schon verunsichert ohne Ende und habe nunmal ein besonderes Problem mit unangekündigter Veränderung - vor allem, wenn sie eine ohnehin schon bedrückende Situation noch weiter verumständlicht - und dann das.
Ok, ja, ich müsste mich nur'mal beim Arbeitsamt melden, damit ich wenigstens versichert bin, und dann kann man weitersehen ... sagt sich so einfach. Nur sehe ich keinen Grund dazu. Ich habe kein (Lebens-)Ziel, auf das ich hinarbeiten kann. Der einzige Grund, warum ich überhaupt noch lebe, ist meine "Feigheit" davor, mir das Leben zu nehmen. Mir ist der Aufwand weiterzuleben zu groß im Verhältnis zum Risiko, dass im Endeffekt alles wieder für'n Arsch war. Denn immerhin stehe dann immernoch auf der Straße. Es gibt zwar Notunterkünfte und dergleichen, nur ist das eben auch keine Dauerlösung.  So ist alles nur darauf ausgelegt, sich von einen auf den nächsten Moment überraschen zu lassen; ständiger Wandel und doch bleibt alles gleich, jede Menge fremde Menschen, keine Ruhe. 
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Stabilität ... pff, ich darf gar nicht drüber nachdenken. Als ob einem irgendjemand versichern könnte, dass irgendwas stabil bleibt. ...

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