S Pink Premium Pointer Bio-Tagebuch (nur 3% Fantasie): Autopilot
People used to remind me that "not everything's either black or white", but that doesn't mean they don't exist.
Because, where is all that grey coming from?

Donnerstag, 6. November 2014

Autopilot

Ich hab' mich nun schon ein wenig im Wohnheim eingelebt, und jetzt beginnt langsam die Routine ... mit ihr natürlich auch die Langeweile.
Passiert zu viel, ist's nervig und anstrengend. Passiert nichts oder ist man dran gewöhnt, macht es das auch nicht besser, sondern wird bloß anders, aber mindestens genauso störend wahrgenommen, was ähnlich beunruhigt. Ein angenehmes Mittelmaß scheint nicht zu existieren, da die Stimmung stets zwischen einer Hand voll Extremen schwankt. Dadurch fühlt sich immer alles in irgendeiner Weise falsch an.

Ich weiß weder warum ich hier bin, noch was ich hier mache. Auch habe ich keine Ahnung wie's weitergehen soll. Ich laufe auf Autopilot, ohne Plan einfach nur blind ins Was-auch-immer, jeden Tag auf's Neue, einen kleinen Schritt nach dem anderen, und öfter auch mal gar keinen. Ich hasse es, aber es macht für mich auch keinen Sinn, sich Ziele auf längere Sicht zu setzen. Ich wüsste nichtmal, welche das sein sollen. Und selbst wenn, ich wüsste nicht wozu. Außerdem stresst mich der Ausblick auf etwas, das noch relativ weit entfernt in einer ungewissen Zukunft liegt. Noch mehr sogar, je länger ich zum Erreichen des Ziels brauche und je mehr ich es will. Also hat es auf eine seltsame Art und Weise doch was gutes, dass ich nichtsmehr wirklich zu wollen scheine. Dennoch bin ich weit entfernt von Zufriedenheit.

Seit ich mich in den letzten Tagen an die neue Umgebung gewöhnen konnte und es etwas ruhiger geworden ist, fällt mir dieser dunkle Ort in mir wieder vermehrt auf.
Wie schön öfter erwähnt, fühle ich mich seit längerem nichtmehr, als würde ich fallen. Man schwebt schwerelos in einer stillen Dunkelheit. Man ist allein und orientierungslos. Oben, Unten, Links, Rechts, Vorne, Hinten, Richtig und Falsch existieren nichtmehr. Man hat keinen festen untergrund, keinen Anhaltspunkt, keine ungefähre Richtung - alles sieht gleich aus: schwarzes Nichts oder ein tiefgrauer, undurchdringlicher Nebelschleier.
Es ist verdammt anstrengend, "hier unten" zu sein, und es tut weh. Es ist alles andere als angenehm. Eigentlich will man nur weg von hier, und doch erscheint dieser Ort als das kleinere Übel. Es ist schmerzhaft hier zu sein, aber lange nicht so schmerzhaft, wie nach einem versuchten Aufstieg wieder hier runter zu fallen. Darum bleibt man lieber hier. Ich habe über die Dauer eine regelrechte Angst davor entwickelt, überhaupt noch irgendetwas versuchen zu wollen, bzw. Dingen einen emotionalen Wert beizumessen. Denn sobald man weiß, dass dieser dunkle Ort in einem existiert, sieht man ihn hinter allem und jedem lauern. Von einem Moment auf den nächsten kann alles wieder in sich zusammenbrechen, einem der Boden unter den Füßen wieder weggezogen werden, und schon sitzt man wieder alleine hier in der Finsternis. Es gibt keine Garantien im Leben. Also kann einem auch niemand versichern, dass sowas nie wieder passiert. Daher die Angst - die Angst zu verlieren. Man will es nicht nochmal durchmachen müssen. Man will hier raus, und zwar ein für alle Mal. Doch die Chancen dafür stehen ebenso hoch/niedrig, wie die dagegen. Das Risiko, eventuell wieder abzufallen und wieder ins Nichts zurück zu müssen, überwiegt für einen die Aussicht auf eine mögliche Erlösung. Es ist einem die zusätzliche Anstrengung und die Schmerzen nicht wert.

 My Inner Darkness

Did you hear?
Life is calling.
But it’s less painful to stay here.
So I’ll just keep listening, watching, stalling;
desperately crying, shivering with fear.
- B.P.

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