S Pink Premium Pointer Bio-Tagebuch (nur 3% Fantasie): True Detective
People used to remind me that "not everything's either black or white", but that doesn't mean they don't exist.
Because, where is all that grey coming from?

Mittwoch, 26. November 2014

True Detective

"Life's barely long enough to get good at one thing."
"If that long."
"Yeah, so be careful what you're gettin' good at."

Eigentlich hatte ich so gar keinen Bock auf eine Crimefighter-Serie, aber, da es momentan ohnehin nur eine Staffel mit 8 Episoden gibt, hab' ich mich doch dazu überwunden, "True Detective" dem 3-Episoden-Test zu unterziehen. (Wenn mich eine Serie nach spätestens 3 Episoden nicht packt, dann wird sie nicht weiter verfolgt. Viele schaffen's nichtmal zur 2., und andere reißen mich schon mit der 1. um.)
Es dauerte ein wenig, bis ich damit warm wurde, aber vor allem der Stil der Serie lässt einen dann so schnell nicht los.

Rustin Cohle und Martin Hart waren 1994 Partner beim Morddezernat im Bundesstaat Louisiana. In dieser Zeit ereignete sich ein merkwürdiger Ritualmord. Von einigen Leuten der Umgebung wurde angedeutet, dass der "Yellow King" dahinterstecken könnte. Die beiden Detectives konnten sich nicht nur darauf keinen Reim machen, sondern fanden auch heraus, dass der Mord wahrscheinlich keine Einzeltat gewesen ist. In den Akten stießen sie auf weitere Opfer, die ähnlich ums Leben kamen, doch konnten sie vorerst keine Verbindung zwischen ihnen herstellen.
2012 werden Cohle, der nun als Barkeeper etwas außerhalb der Stadt arbeitet, und Hart, der sich inzwischen als selbstständiger Privatdetektiv versucht, von zwei Detectives zu Details des fast 20 Jahre alten Falls befragt, da durch Hurricane Katrina Großteile des Polizeiarchivs zerstört wurden. Besonders an Rus Cohle scheint ein besonderes Interesse zu bestehen. Aber warum, und warum jetzt?
Die Serie springt zwischen den Handlungspunkten hin und her, begleitet Cohle und Hart bei der Bearbeitung, bzw. Schilderung des Falles, und beleuchtet ihre Vergangenheit und Beziehung zueinander.
Charakterlich könnten die Zwei unterschiedlicher kaum sein, was regelmäßig für Spannungen zwischen ihnen sorgt.
Marty Hart (Woody Harrelson, rechts) ist im Prinzip ein typischer TV-Cop: voller Männerstolz, ein wenig Macho, frustriert, dementsprechend leicht zu reizen, Haus, Frau, zwei Töchter, und die einfachste Lösung ist immer die beste für ihn. Ziemlich 0-8-15, genauso wie 90% der restlichen Charaktere der Serie, was jetzt aber definitiv nicht heißen soll, dass sie schlecht gespielt sind. Doch auch die besten Schauspieler können nicht zaubern - flache Rollen bleiben flache Rollen.
Rus Cohle (Matthew McConaughey, links) widerspricht dieser vermeintlichen Norm jedoch heftigst. Er ist ein intelligenter, doch desillusionierter Veteran seines Jobs. Seine Vergangenheit machte aus ihm einen philosophischen Misanthrop mit ausgeprägten nihilistischen Zügen. Rus hat sich damit abgefunden, dass das Leben keinen Sinn hat und einfach nur auf's Ende zusteuert, um dann von Neuem zu beginnen - immer gleich, immer wieder, immer im Kreis. Eine Reihe Obsessionen hält ihn trotz dieser trostlosen Weltanschauung in Bewegung. Sie helfen ihm bei seiner Arbeit, jedoch lassen sie ihn auch privat nicht zur Ruhe kommen. So ist er z.B. ein talentierter Zeichner, äußerst detailverliebt und besitzt einen großen Wissensdrang. Bei ihm verschwimmen die Grenzen zwischen begabtem Genie und selbstzerstörerischem Wahnsinn. Diese Mischung, in Verbindung mit seiner schauspielerischen Darstellung, macht Cohle für mich zur mit Abstand besten, weil interessantesten Figur der gesamten ersten Staffel (leider auch die einzige). Dafür ist er allerdings so gut, dass er auch außerhalb von "True Detective" ein besonderes Highlight darstellen würde. Man kann ihn somit als den Hauptgrund ansehen, weswegen ich die Serie weiter verfolgt habe. Auch, weil ich mich bis zu einem gewissen Grad mit ihm identifizieren kann.

Vom atmosphärischen Standpunkt her ist die Serie sehr ruhig und düster gehalten. Actiongeladene Verfolgungsjagden, Explosionen, moderne Technikspielereien und Effektgewitter wird man in "True Detective" nicht finden. Alles kommt sehr bodenständig und vergleichsweise dreckig rüber. Kein stressiges Großstadtgetummel, sondern eher gemächliches Tempo der Südstaaten. Man fühlt sich oft an Filme von David Lynch (z.B. "Se7en") oder den Coen Brüdern (u.a. "Fargo", "No Country for Old Men") erinnert. Qualitativ steht die Serie ihnen jedenfalls in nichts nach, auch aus technischer Sicht nicht. (Der 6 minütige, durchgehende Take mit nur einer Kamera, ohne sichtbaren Schnitt, am Ende von Episode 4. Holy fuck. O.O) Der Soundtrack trägt ebenfalls wunderbar zur gedrückten Stimmung bei.




Wenn mich bei "True Detective" eines stört, dann ist es eine gewisse Vorhersehbarkeit einiger Ereignisse. Wer ein wenig aufpasst, der kann sich erhebliche Teile der Geschichte schon ein paar Folgen vor der eigentlichen Offenbarung zusammendenken. Das Drumherum, das die feineren Details ergänzt, fungiert dann leider nurnoch als Lückenfüller, wodurch bestimmte Plottwists ihre Wirkung verlieren.
Ändert aber nichts an der Tatsache, dass ich schon auf Staffel 2 gespannt bin. Ähnlich wie beispielsweise bei "American Horror Story" wird mit jeder Staffel eine neue Geschichte erzählt, und es werden der Standort und die Hauptrollen gewechselt. Start ist glücklicherweise erst für Sommer 2015 angesetzt. Dann wird wenigstens das Sommerloch nicht so tief, wenn "The Walking Dead", "Game of Thrones", "Supernatural", "Doctor Who", "Castle" und später dann auch "Penny Dreadful" wieder Pause haben. ^^

PS:
Ist wohl inzwischen schon zu spät, um noch zu leugnen, dass mich das Serienfieber erwischt hat, oder?

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