S Pink Premium Pointer Bio-Tagebuch (nur 3% Fantasie): Journeyal #4
People used to remind me that "not everything's either black or white", but that doesn't mean they don't exist.
Because, where is all that grey coming from?

Samstag, 20. Dezember 2014

Journeyal #4

Was sonst noch so auffiel ...


Diese Nacht war das stürmische Regenwetter das einzig Gute.
Leider hab' ich davon nicht wirklich was mitbekommen. Ich lieg nämlich im Zimmer mit Schnarchi Schlumpf (nicht der von letztens, sondern ein anderer), einem Mouthbreather und einem Türken, der so dermaßen awkwardly silent ist, dass es für beide reichen würde. Man liegt also bis 0:30, 1:00 Uhr wach und wägt Für und Wider ab, sich endlich eine Schlaftablette zu holen. Klar, man will schlafen, aber man würde das gerne auf natürlichem Wege können. Müde wär' man genug, doch durch die Unregelmäßigkeiten in Lautstärke und Arbeitsrythmus des Sägewerks mit Schnappatmung funktioniert das trotzdem nicht. Man fragt sich, warum man selbst derjenige sein soll, der sich mit synthetischem Zeug vollstopfen muss, während das Monster-Güiro auf Steroiden den wohligen Schlaf der Sadisten bekommt (ich sage das bewusst, weil er das gut findet und lacht, wenn man ihn drauf anspricht -.-). Mouthbreather hat's manchmal auch drauf, aber der macht einen normalerweise nur tagsüber "nervös", wenn er in Gestalt einer keuchenden Arschritze herumläuft (Gürtel sind offensichtlich überbewertet - ihr kennt das). So nebenbei verucht man sich vorzustellen, was sich wohl der türkische "Putzroboter" dazu denkt, während er sich ebenfalls manchmal unruhig von einer Seite auf die andere wälzt, weil er auch nicht schlafen kann. ... Putzroboter deswegen, weil er eigentlich immer nur ziellos durch's Gebäude läuft. Kommt er an einer Wand an, kuckt er kurz beim Fenster raus, dreht sich um und geht wieder. Dabei hat er so einen langsamen, schlurfenden Gang drauf, dass er mit den entsprechenden Aufsätzen für die Hausschuhe den Boden wischen könnte. Er is' absolut harmlos, guckt nur und sagt nix, sofern man ihn nicht zuerst anspricht. Nur bin ich eben immer skeptisch, wenn Menschen so ruhig sind, deren Gehirne weitestgehend einwandfrei funktionieren.

Bauernjungs kennt man sofort:
groß, relativ schmales Gesicht, kleine, runde "Schweinsaugen", dunkle, kurze Haare, meistens gut durchgefüttert (=Bauch), schlappe Schultern, und nach den beiden einleitenden Fragen "Wo kumst'n her?" und "Hobt'ses a a Laundwirtschoft daham?" sind sie verbal kaum noch, oder zumindest nur sehr schwer aufzuhalten. Davon haben wir auch einige hier. Glücklicherweise nur 1-2 in diesem Gebäude. Schön für sie, dass sie anscheinend in ihre Bestimmung hineingeboren wurden und es auch gar nicht anders haben wollen. Aber sich von ihnen nur ein paar Minuten mit diversen Belanglosigkeiten aus ihrer kleinen Welt zuschwafeln lassen zu müssn (die und die Firma gehört nun dem und dem; die Nachbarn haben zusammengelegt, um sich Maschine XY zu kaufen; "Kennst du B, der mit A, dem Nachbarn C, verwandt ist? Der kommt doch auch aus der Gegend, glaub' ich."; blabla Grundstückfläche bla; bla Geld blabla Regierung bla; usw.), weil man eben grade nicht weg kann, ist sauber anstrengend.

Insgesamt ist's hier an der Wall also wie überall anders auch:
einige halbwegs normale Leute (obwohl die größtenteils zum Personal gehören), ein paar mehr oder weniger Wahnsinnige, eine Hand voll nervige Gestalten, und eine nicht vorhandene Nerd-Dichte - sowas von typisch. Bücher, Serien, Filme, Spiele ... nichtmal über Musik kann man hier mit jemandem reden. Damien bekommt zwar morgen seine Akustikgitarre vorbeigebracht, aber der mag diese Austropop-Geschichten, mit denen ich nicht wirklich was anfangen kann. :/
Hier ist zwar praktisch die Hauptstadt der kleinen privaten Kopfwelten, doch bisher scheint keine so recht kompatibel mit meiner eigenen zu sein.

Entdeckung des Tages: der tropfsteinhöhlenkalkgelbe Raucherraum im Keller war mal weiss. Ohne Scheiß, das stimmt wirklich. Man sieht's sogar teilweise noch. X'D
Keine Ahnung, wieviele Jahrzehnte Nikotin sich da schon in die Wände gefressen haben. Wenn man mal keine Zigaretten dabei hat, sollte es ausreichen, einmal über die Wand drüberzulecken. Ich glaube, dann hat man für'ne Woche genug. ^^

"WTF?! ó.O" des Tages: die meinen das ernst, wenn da "Rahmsuppe" auf dem Speiseplan steht. Mehr ist das dann nämlich auch nicht. Denkt euch eine Crémesuppe und nehmt alles weg, was irgendwie nach was schmecken oder aussehen könnte (ja, auch die Farbe). Was übrig bleibt ist bloß die nackte Basis für Kebapsoße, ohne Gewürze, ohne allem. Wirklich nur aufgegossener und durchpürierter, warmgemachter Rahm.
Warum serviert man sowas? Wie kommt man auf die Idee? Ich meine, wenn man doch ohnehin nicht vorhat, irgendeine Einlage reinzutun, warum dann nicht einfach eine klare Gemüse-, bzw. Fleischsuppe machen? Die schmeckt wenigstens grundlegend schonmal nach was und ist nicht bloß weiss und flüssig.
Naja, das versteh' wer will.

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