S Pink Premium Pointer Bio-Tagebuch (nur 3% Fantasie): Medis (Journeyal #24)
People used to remind me that "not everything's either black or white", but that doesn't mean they don't exist.
Because, where is all that grey coming from?

Montag, 16. Februar 2015

Medis (Journeyal #24)

Montag, 16. Februar 2015
Die vergangenen 2 Wochen waren sowas wie ein Experiment der Pillen-Jongleure.
Sich auf die richtige Dosis der richtigen Medikamente einstellen zu lassen ist teilweise echt anstrengend und manchmal verbunden mit etwas Trial & Error, also "1 Schritt vor, 2 zurück". Irgendwas is' immer, also heißt es geduldig sein.

Durch die Nebenwirkungen (allen voran Potenzprobleme) von 20mg Fluoxetin, die sich auf Dauer bemerkbar machten, bekam ich Mitte Oktober 150mg Wellbutrin verschrieben. Es ist ebenfalls ein Antidepressivum, das verhindern soll, dass die Stimmung zu weit absackt, und ist praktisch nebenwirkungsfrei. Nach ein paar Wochen wurde mir die Dosis allerdings zu wenig, da das Gedankenkreisen erneut verstärkt in den Vordergrund rückte und dementsprechend auch der Gemütszustand wieder schlimmer wurde. Daraufhin hat mir Dr. Igor die doppelte Menge verschrieben. Nun war ich also auf 300mg und könnte mich eigentlich nicht beklagen. Die hielten die Stimmung so ziemlich auf einem Level. Doch für eine reibungslose Durchführung der Therapie fehlte noch den Antrieb zu steigern, da ich weiterhin keinerlei echte Motivation auftreiben konnte. Außerdem hatte ich noch immer dieses "weisse Rauschen" der Gedanken und die ewig-selben Fragen im Hinterkopf.
Abilify sollte da Abhilfe schaffen.
Anfangs waren's nur 2.5mg am Morgen. Von denen wurde ich allerdings zunächst zu aufgekratzt und spätestens zu Mittag saumüde - Ersteres ist weitestgehend "normal", denn man soll ja aktiver werden (man kann's aber auch übertreiben); Müdigkeit war allerdings eine paradoxe Reaktion. Aber wenn ich schon davon Müde werde, "dann können sie's doch am Abend nehmen", meinte Dr. Buscemi, "solange die gewünschte positive Wirkung überwiegt." Und die hatten sie ja auch. Das Gedankenrauschen wurde weniger, blieb jedoch weiterhin wahrnehmbar im Hintergrund. Also wurde eine ganze Tablette mit 5mg verschrieben, damit auch das noch weggeht. Davon wurde ich allerdings innerlich so unruhig, dass ich kaum noch stillsitzen konnte. Mir begannen die Hände zu zittern und durchschlafen war nichtmehr möglich.
Dr. Buscemis Antwort: Akineton.
Es ist ein leichtes Beruhigungsmittel, das diesen inneren Stress in Schach halten soll. Es hielt Wort, nur das Zittern ging bis jetzt nicht weg. Da ich auf Akineton so gut reagierte, wurde die Abilify-Dosis auf 10mg erhöht, um auch den letzen Rest Demotivation und kontraproduktive Gedanken im Keim zu ersticken. Nicht so gut waren die fiebrigen Zustände, die ich davon bekam. Dabei hatte ich aber keinerlei erhöhte Temperatur, nur dieses unwohlige Gefühl, total neben mir zu stehen, in Verbindung mit jeder Menge kleiner, oft nur ein paar Sekunden dauernden Angstepisoden und ständigem Schwindelgefühl, besonders wenn ich mich stark auf etwas konzentrierte. Doch Konzentrationsfähigkeit und Kurzzeitgedächtnis sind sowieso inzwischen geschrottet, bzw. funktionieren sehr fehlerhaft. Das ist wohl der Preis, den man zahlen muss, wenn man Gedanken, Fragen und vergangene Geschichten chemisch ausblenden möchte. Man kann eben nicht gezielt nur die Problematischen attackieren, wodurch man mit Kollateralschäden beim guten Stoff rechnen muss.
Gestern war's mit Abstand am schlimmsten. Meine Sicht verschwamm und ich konnte kaum noch was lesen. Versuchte ich bewusst mit den Augen etwas zu fokusieren, stellte sich der höhenangst-ähnliche Schwindel ein.
Dr. Buscemi senkte sofort die Abilify runter auf 7,5mg und schrieb mir bedarfsweise 25mg Seroquel auf, das fallweise auf 50mg erhöht werden kann. Das hat heute das Schwindelgefühl und die verschwommene Sicht etwas gebessert.
Gegen starke Kopf- oder andere physische Schmerzen erhält man bei Bedarf den Standard: Mexalen 500mg oder Parkemed 500mg. Mit großen Geschützen ist das Personal hier jedoch sehr vorsichtig, da sie davon ausgehen, dass ein Teil meiner Beschwerden psychosomatischer Natur sind. (Soll heißen: dem Körper fehlt eigentlich nichts, aber der Verstand leidet an psychischen Stress, den er durch körperliche Probleme zum Ausdruck bringt - so wie Bauchschmerzen und/oder Durchfall, wenn man aufgeregt ist.) Innerhalb der nächsten Wochen wird sich einiges tun, und vielleicht mache ich mir zu viele Gedanken darüber. Noch dazu macht gerade eine Grippewelle die Runde durch die Leute, sodass man ohnehin nicht 100%ig sagen könnte, welche Zustände nun der Krankheit oder den Medikamenten geschuldet ist.

Mein "Frühstücks-Müsli" besteht derzeit also aus 300mg Wellbutrin, 2,5mg Abilify und 4mg Akineton. Die kalte Jause am Abend enthält 5mg Abilify. Einzige Nebenwirkung ist jetzt nurnoch das Zittern der Hände. Mal sehen, ob die das auch noch irgendwie weg bekommen.

Kleine Randnotiz:
Einen PEZ-Spender für Medikamente
fänd' ich'ne witzige Idee.
Vollkommen unsinnig, aber witzig. XD

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