S Pink Premium Pointer Bio-Tagebuch (nur 3% Fantasie): Tod den kontinuierlich durchnummerierten Blogposts! (Journeyal #21)
People used to remind me that "not everything's either black or white", but that doesn't mean they don't exist.
Because, where is all that grey coming from?

Samstag, 7. Februar 2015

Tod den kontinuierlich durchnummerierten Blogposts! (Journeyal #21)

Freitag, 06. Februar 2015
In der Musiktherapie spielten wir "Locomotive Breath" von Jethro Tull, da Mr. Minecraft merkte, dass mir nach etwas schwungvollerem zumute war, obwohl ich eigentlich meine innere Trauer zum Ausdruck bringen sollte. Bin allerdings schon einige Tage durchgehend verhältnismäßig gut drauf, weshalb das nicht einfach so funktioniert hat. Man kann sich eben nicht mehr oder weniger auf Kommando in Trauer einfühlen, noch dazu unvorbereitet. Jetzt aber, wo ich weiß, was er vorhat, kann ich dem sicher etwas nachhelfen. Schließlich gibt es da eine Hand voll Nummern, die mich praktisch immer an der richtigen Stelle treffen und die Schleusen öffnen.
In der Einzeltherapie kam ich mit Rotwild auf Claudi zu sprechen. Folglich flossen auch dort nun zum ersten Mal die Tränen.

Heute habe ich meinen Befund, das Ergebnis des 500-Fragen-Selbsteinschätzungs-Psychotests von letzter Woche bekommen.
Es liegt eine traumainduzierte depressive, jedoch nicht psychotische oder wahnhafte Symptomatik mit schizoiden und paranoiden Akzenten vor, die allerdings nicht für eine waschechte Persönlichkeitsstörung ausreichen.
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Denen, die den Satz verstanden haben, muss ich ihn ohnehin nicht erklären. Für alle anderen: soll heißen, dass ich rational wirklich noch ziemlich gut funkioniere - das wurde auch von der Ärztin im Gespräch mehrmals betont. Es gab also keine Überraschungen, sondern eigentlich nur Selbstbestätigung.
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Samstag, 07. Januar 2015

Goalem und ich sind heute mit dem Zug in die Stadt gefahren. Wir haben immer wieder mal Bock auf chinesisches Essen, und der nächstgelegene Chinamann (Gesichter und Augen sprachen eher für Mongolen) ist eine 5-minütige Zugfahrt entfernt. Wir nutzten die Gelegenheit auch gleich für eine kleine Shoppingtour.
Ich hab' mir so ein Samuel L. Jackson-mäßiges Käppi, eine junger-Jack Nicholson-Style Sonnenbrille, 3 Paar Socken und 1 Paar Shorts gekauft, weil ja die Waschmaschine oder der Trockner hier in der Anstalt gelegentlich was verschluckt. Außerdem gönnte ich mir in'nem 1€-Shop eine eigene Kaffeetasse + Löffel. Auf der Klinikstation herrscht nämlich andauernd entweder Tassen oder Löffelnotstand ... oder beides ... oder es wird immer jemand beschuldigt, das Geschirr einfach irgendwo stehen zu lassen und/oder nicht abzuwaschen. Zumindest in meine Richtung ist damit jetzt Schluss.
Neue Schutzfolien für's Smartphone-Display hab' ich mir ebenfalls geleistet. Beim Abziehen der Alten viel mir ein kleiner Stein vom Herzen, weil's bisher so aussah, als hätte ich bereits einen Sprung im Display - war aber glücklicherweise nur ein Kratzer in der nach nur 2 Wochen bereits milchig werdenden, offensichtlich minderwertigen Folie.

Insgesamt fühle ich mich die letzten Tage über etwas unruhig/hibbelig. Ich brauch ständig was zu tun und der Zwischenspeicher meines Gedächtnisses weist ab und zu kleinere Aussetzer auf. Am Donnerstag wurde nämlich die Dosis Abilify verdoppelt - bin nun auf 10mg; eine morgens, eine abends. Stimmungs- und motivationstechnisch geht's mir zwar, wie gesagt, besser und die Gedankenkreise sind, im Vergleich zu vorher, praktisch nichtmehr vorhanden, aber ich bin mir noch nicht im Klaren darüber, ob mir der Preis dafür gefällt.

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