S Pink Premium Pointer Bio-Tagebuch (nur 3% Fantasie): Leben 3.0 - Nochmal mit Gefühl
People used to remind me that "not everything's either black or white", but that doesn't mean they don't exist.
Because, where is all that grey coming from?

Donnerstag, 19. März 2015

Leben 3.0 - Nochmal mit Gefühl

Donnerstag, 19. März 2015
Oh Mann, ist's hier ruhig schlafen. :D
Kein Schnarchen, keine Fresspakete, mit denen herumgeraschelt wird, keine Stuhlgänge mitten in der Nacht, keine Wecker, die schon um 5 klingeln. Einzelzimmer FTW. \m/
Dafür war der Tag aber auch anstrengend genug. Bin gespannt, wann ich mir die ganzen Namen merken werde. x_x

Trotz guter Nachtruhe war ich heute schon um 6 wach, ging eine Rauchen und das Tagesprogramm nochmal im Kopf durch.
Erst musste ich mal zum Arbeitsamt, mich wieder arbeitsuchend melden. Dann ging's weiter zu Dr. Igor, ein Rezept für die Medis holen. Hatte natürlich keinen Termin, was die Frau an der Anmeldung mit einem leisen, abschätzigen Seufzer quittierte. (Letztens hatte ich einen Termin und musste trotzden über 2 Std. warten. Von dem her, fuck it.) Nach 2 1/2 Stunden kam ich gerade noch rechtzeitig dran, damit ich's zum Vorstellungstermin für die Gruppentherapie schaffte, nachdem ich mir "mein Müsli" von der Apotheke geholt habe. Das ging sehr locker über die Bühne, dadurch bin ich Dienstag um 10:00 Uhr in der Gruppe mit dabei. Mal sehen, wie's bei denen so abläuft.
Mein Betreuer, Sitting Bull (er steht total auf alles, was mit amerikanischen Ureinwohnern zusammenhängt, und sieht auch sehr bullig aus), und Vater Theresa (kein Pfarrer, aber ein immer sehr froh gestimmter, gutgläubiger Mensch; frage mich, was der für Leichen im Keller hat) lassen mich anscheinend über's Wochenende erstmal "ankommen" und einleben. Ab nächster Woche werden dann wohl die Arbeitsdienste beginnen. Der allgemeine Ablauf ist so ziemlich standard: Aufstehen um 7, Mittagessen um 12 usw. und bla. Wirklich neu sind hier eigentlich bloß die Alkoholkontrollen, die jeden Tag, morgens und abends unter Aufsicht selbstständig zu tätigen sind. Bei Leuten, die in ihrer Vergangenheit mit Drogen zu tun hatten, werden die Überprüfungen mit Wischtests ergänzt.

Habe mir selbst natürlich ebenfalls was gutes getan, als ich in der Stadt unterwegs war. Und zwar hab' ich mir Sweatpants und einen Hoodie besorgt, damit ich endlich wieder Kleidung zum herumknotzen habe. Außerdem gönnte ich mir einen netten Edelstahl-Kugelschreiber und ein paar einfachere in verschiedenen Farben (is' so ein Tick von mir; man hat NIE genug coole Stifte! ^^ ). So eine dieser kleinen Lautsprecherboxen für's Smartphone musste auch sein. Damit kann ich nun auch am Netbook endlich Musik, Filme und Serien ohne Kopfhörer laufen lassen, denn der Klang des Netbooks selbst ist nicht zumutbar + viel zu leise.

Stimmungstechnisch geht's mir den Umständen entsprechend gut. Ich fühle mich nicht sonderlich gestresst oder sonst irgendwie überfordert, obwohl ich schon einiges hinter mir habe und noch viel vor mir liegt.
Jetzt geht's erstmal mit der Arbeitssuche und dann mit dem "auf eine eigene Bleibe"-Sparen an. Dazwischen will ich noch ein paar Arztebesuche quetschen. (Zum Beispiel mein Gebiss sollte mal angepasst werden, und dem Augenarzt könnte ich nach 13 Jahren ruhig auch mal wieder einen Besuch abstatten.) Irgendwo da drin muss sich irgendwie die Rückzahlung meiner nicht gerade hohen, aber doch vorhandenen Schulden ausgehen. Doch eins nach dem Anderen.
Wie schon vorherzusehen war, habe ich in der Therapie selbstverständlich keinen Grund, geschweige denn Antworten gefunden, warum ich das alles machen soll, aber durch die Gespräche in Verbindung mit den Medikamenten beschäftigt mich der Gedanke nichtmehr sonderlich. Eher im Gegenteil: ich frage mich oft, was ich noch tun könnte, damit die Dinge in Bewegung bleiben - Stillstand ist der Feind. Das Ziel ist ungewiss, also bleibt einem nichts anderes übrig, als das Beste aus dem Weg zu machen. Is' so. Bleibt so. Well, fuck ... oder?

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