S Pink Premium Pointer Bio-Tagebuch (nur 3% Fantasie): The Story So Far VI
People used to remind me that "not everything's either black or white", but that doesn't mean they don't exist.
Because, where is all that grey coming from?

Samstag, 4. April 2015

The Story So Far VI

[Zu den Stories So Far I-V werdet ihr hoffentlich selbst finden (Tipp: ↑ ), ansonsten hier klicken.]

Nachdem ich im Sommer 2014 dem DiAMETER bereits sämtliche Erfolgssaussichten aberkannt hatte und dementsprechend wieder in ein depressives Loch gestürzt war, hatte ich im Oktober 2014 erneut einen Tiefststand erreicht.

Ich hatte mich schon wieder Monate nicht beim Arbeitsamt gemeldet. Ich konnte nicht. Das Geld ging zur Neige und die verständnislose alte Frau hörte nicht auf, Druck zu machen. Schlussendlich gipfelte es darin, dass ich mein Netbook, die externe Festplatte und meine Kopfhörer zusammengepackt und mich ohne ein Wort von einem Moment auf den nächsten verpisst habe.
Ich ging zu Fuß nach St. Pölten, mit dem "Plan", von jetzt an eben auf der Straße zu leben, und zu sehen, wo mich das Leben eben noch so hinträgt. Ich hab' wirklich auf alles geschissen. Mir war's fucking egal, was als nächstes passiert ... aber mit der größtenteils schwulen, obdachlosen Drogenszene der Stadt, die des nächtens im P+R Parkhaus des Bahnhofs (ich glaube, ich hab' an der Tür in Sperma gegriffen X_x ) "wohnt", wollte ich dann doch nichts zu tun haben, also beschloss ich, mich für die bereits ziemlich herbstliche Nacht im Park niederzulassen.
Dort twitterte ich den Akku des Netbooks leer. Dadurch bekam ich später am Abend eine Nachricht von der Wölfin, dass ich bei ihr ein paar Tage unterkommen könnte.
In diesen paar Tagen kam ich irgendwann zu der Entscheidung, endgültig Schluss zu machen. Nachdem ich von der Wölfin weg war, kaufte ich mir noch ein Menü beim BK, 3 Bier und eine Schachtel Zigaretten von den 20€, die sie mir mit auf den Weg gab, ohne von meinem Vorhaben zu wissen. Das Netbook usw. hatte ich als kleines Vermächtnis in ihrer Wohnung versteckt. Ich setzte mich auf der Donauinsel neben die Donau und überlegte mir, wie ich "es" den nun am besten anstelle.
Ich konnte es nicht tun.
Nach einer arschkalten Nacht an einem Steg auf der Donauinsel irrte ich zu Fuß durch Wien. Von der Insel zum Schwedenplatz, über den Stephansplatz zum Stadtpark, wo ich eine Stunde die Enten beobachtet habe, und über die innere Stadt wieder zurück auf die Insel. Baukräne und Brücken lachten mich freundlich an.
Ich konnte es nicht tun.
Ich fühlte mich von meinem Körper und meinem Unterbewusstsein verarscht (tue ich teilweise immernoch) und schrieb der Wölfin eine SMS, dass ich nicht weiß, was ich tun soll.

Von da an ging's sehr schnell.
Bei ihr zu Hause haben wir den PSD (Psychosozialen Dienst) benachrichtigt, die mich noch am selben Tag ins Otto Wagner-Spital auf die Baumgartner Höhe weiterleiteten. Da ich aber wegen versäumten Terminen beim Amt keinen Versicherungsschutz hatte, konnte ich dort jedoch praktisch nur über's Wochenende bleiben. Danach schaffte ich es mit wölfischer Hilfe nach St.P. zurück, um mich beim Arbeitsamt zu melden und von dort aus gleich ins Krankenhaus, zwecks eines weiteren klinischen Aufenthalts wegen starken suizidalen Tendenzen, weiterzuziehen. Die wollten mich zuerst beinhart wieder nach Hause schicken, bis sie sich schließlich zu einem Krankentransport an die Wall, einer Nervenheilklinik für den Beszirk St.P. einwilligten.
Ganze zwei Tage haben sie mich dort behalten, bis ich von Herrn Primar Zöchling, der ein paar Wochen vor seiner Pensionierung stand, für nicht akkut genug befunden wurde und ebenfalls wieder nach Hause geschickt werden sollte. Über das Personal und die Sozialarbeiterin organisierten wir zumindest einen Vorstellungstermin bei der Abteilung für Depressionen und stellten Kontakt zur Emmaus-Wohngemeinschaft in St.P her, wo ich bis dorthin unterkommen konnte.

Da war ich dann also: in einem Auffangnetz für durch's Raster der Gesellschaft gefallene.
Glücklicherweise war's nicht halb so schlimm, wie man gerüchteweise immer so am Rande ein wenig mitbekommt (Obdachlose, Säufer, Druggies und anderes Gesindel, das doch gar nichtsmehr machen will). Oder ich empfand's bloß nicht so, weil ich für viele der Situationen der Leute plötzlich verständnis hatte - schließlich war ich nun einer von ihnen. Besonders das Personal war sehr nett und ich fühlte mich dort eigentlich ganz gut aufgehoben.
Die Vorstellung im Haus 17 der Wall ging glatt und Mitte Dezember war dann überraschend Therapiebeginn, nachdem es zuerst hieß, dass erst im März ein Platz frei wird.

Nun habe ich also drei Monate Psychotherapie hinter mir und bin wieder bei der Wohngemeinschaft zurück.
Insbesondere die Einzelgespräche und die viele Ruhe in einer geschützten Umgebung haben mir sehr weitergeholfen. Wie ich in einem Brief an die Anstalt diese Woche schrieb: "Ich weiß noch immer nicht, was ich von der Zukunft und der Ungewissheit, die sie mit sich bringt halten soll, doch verbleibe ich dank Euch das Beste hoffend ... " Ganz so ist es zwar nicht, aber durch die medikamentöse Unterstützung halten sich die Mindfucks in Grenzen und die Motivation weitestgehend hoch.
Insgeheim hoffe ich allerdings noch immer, dass ich irgendwann Claudi wieder sehe und wir miteinander reden können. Mehr will ich gar nicht, und es vergeht wirklich kein Tag, an dem ich nicht danach sehne. Sie ist und bleibt der beste Mensch, den ich jemals kennenlernen durfte. Sie bedeutet mir viel, darum komme ich nicht davon los.
Ansonsten bin ich derzeit drauf und dran, mir den Taxilenkerausweis zu holen und danach in St.P. herumzucruisen. :)

Arbeit und wieder eine eigene Bleibe sind nunmal die nächsten Ziele, die es in dieser Realität zu erreichen gibt. Mal kucken, was sich auf dem Weg dorthin sonst noch so ergibt.
Wie's wirklich weitergeht?
Keine Ahnung.
Ich hoffe nicht unbedingt das Beste, aber habe das Gefühl, momentan auf einer guten Welle unterwegs zu sein, und ich will einfach sehen, was noch so kommt. Nicht drüber nachdenken, einfach mal machen. Im (Zer-)Denken bin ich gut, das kann ich später noch immer aufholen.

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